Raketentest

Südkorea: Nordkorea misslingt offenbar Raketenstart

Nordkorea setzt alles daran, Raketen für den Transport von Atomsprengköpfen zu entwickeln. Neue Tests scheiterten aber offensichtlich.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un. Das Land soll erneut versucht haben Raketentests durchzuführen.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un. Das Land soll erneut versucht haben Raketentests durchzuführen.

Foto: Rodong Sinmun / dpa

Seoul/Peking.  Dem nach Atomwaffen strebenden Nordkorea ist nach Angaben Südkoreas innerhalb weniger Wochen offenbar erneut ein Raketentest misslungen. Nordkoreas Militär habe am Dienstag an der Ostküste nahe Wonsan versucht, eine zunächst nicht identifizierte Rakete zu starten, teilte der Generalstab der südkoreanischen Streitkräfte mit. Man gehe davon aus, dass der Test gescheitert sei. Es sei vermutlich erneut eine Musudan-Mittelstreckenrakete gewesen, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf Militärkreise.

Resolutionen des UN-Sicherheitsrats verbieten dem Land Tests ballistischer Raketentechnik. „Was Nordkorea tut, ist ein Bruch von UN-Resolutionen“, sagte ein Sprecher des Weißen Hauses. Es stelle eine Gefahr für die Vereinigten Staaten, ihre Verbündeten und für die Region dar.

Ri Su Yong in Peking eingetroffen

Unterdessen schickte das kommunistische Regime in Pjöngjang einen seiner ranghöchsten Funktionäre überraschend nach China. Der stellvertretende Vorsitzende des Zentralkomitees der herrschenden Arbeiterpartei und frühere Außenminister, Ri Su Yong, sei in Peking eingetroffen, berichteten Yonhap und die japanische Agentur Kyodo.

Es ist der erste Besuch eines wichtigen Vertreters aus Pjöngjang, seit Nordkorea im Januar seinen vierten Atomtest durchgeführt hatte und auch Peking damit verärgerte. Die Reise wird daher in Südkorea als Versuch Pjöngjangs gewertet, sein abgekühlte Verhältnis zu Peking zu verbessern.

UN-Sicherheitsrat hatte Sanktionen gegen Pjöngjang verschärft

Nordkorea arbeitet an der Entwicklung von Mittelstrecken- und Langstreckenraketen, die einen atomaren Sprengkopf tragen können. Im April waren dem Land nach Angaben des südkoreanischen Militärs drei Tests von Musudan-Raketen mit einer geschätzten Reichweite von 3000 bis 4000 Kilometern missglückt. Bei dem Versuch am Dienstag war die Rakete vermutlich schon beim Start auf einer mobilen Abschussrampe explodiert, berichtete Yonhap.

Südkoreas Außenministerium verurteilte den versuchten Start. Nordkorea scheine die „Warnungen der internationalen Gemeinschaft zu ignorieren, neue Provokationen zu unternehmen“, sagte ein Sprecher vor Journalisten.

In Südkorea wird auch seit längerem über die Möglichkeit eines neuen Atomversuchs durch Nordkorea spekuliert. Die Situation in der Region ist seit dem nordkoreanischen Atomtest im Januar und dem umstrittenen Start einer Weltraumrakete sehr gespannt. Der UN-Sicherheitsrat hatte die Sanktionen gegen Pjöngjang Anfang März verschärft. (dpa)