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Justizminister Maas will Mobbing im Internet erschweren

Justizminister Heiko Maas spricht sich für mehr Vorbeugung gegen Cybermobbing aus. Fachleute fordern bereits einen SOS-Button im Netz.

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) spricht sich für Meldesysteme bei Cybermobbing aus.

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) spricht sich für Meldesysteme bei Cybermobbing aus.

Foto: Michael Kappeler / dpa

Berlin.  Justizminister Heiko Maas (SPD) sieht Cybermobbing als „ernsthaftes gesellschaftliches Problem“, das viel zu lange verharmlost worden sei. Solche Attacken im Internet hinterließen besonders bei Jugendlichen und Kindern schwerwiegende Folgen. „Wir haben den strafrechtlichen Schutz der Opfer von Cybermobbing verbessert. Es reicht allerdings nicht aus Cybermobbing allein mit den Mitteln des Strafrechts zu bekämpfen. Große Bedeutung haben präventives Handeln, etwa verlässliche Alterskontrollen, funktionierende Moderationskonzepte und Meldesysteme“, sagte Maas unserer Redaktion.

Im Januar 2015 ist der Paragraf 201a im Strafgesetzbuch neugefasst worden: Danach mache sich nun auch strafbar, wer eine Bildaufnahme anderen zugänglich macht, die geeignet ist, dem Ansehen der abgebildeten Person erheblich zu schaden.

Studie sieht in Cybermobbing „Zeitbombe“

Diese Gesetzesverschärfung erklärten Experten bei der Vorstellung einer internationalen Cybermobbing-Studie im Auftrag des Versicherungskonzerns ARAG am Dienstag in Berlin für unzureichend. Sie forderten ein Zehn-Punkte-Programm, in dem unter anderem die Schulen zur Prävention verpflichtet werden und regionale Schulnetzwerke für gemeinsames Handeln eingerichtet werden sollten. Zu den Forderungen gehört auch ein SOS-Button, der verpflichtend auf allen Social-Media-Plattformen bereitgestellt werden solle.

„Cybermobbing droht zur Zeitbombe des Internets zu werden“, sagte Catarina Katzer, Leiterin des Instituts für Cyberpsychologie und Medienethik in Köln und Autorin der Studie im Auftrag des Versicherungskonzerns ARAG. Weder in Deutschland noch international werde der Entwicklung ausreichend Beachtung geschenkt, hieß es. Auch immer mehr Erwachsene würden zu Opfern, so Katzer. (FMG/dpa)