Athen –

Flüchtlinge bauen neue Lager rund um Idomeni

Athen.  Die Räumung des improvisierten Flüchtlingslagers bei Idomeni hat zu vielen kleinen, wilden Lagern im Norden von Griechenland geführt. Tausende Flüchtlinge hielten sich weiterhin in Grenznähe zu Mazedonien auf, berichtete am Montag der griechische Fernsehsender Skai. Sie zelteten im Freien in der Nähe von Tankstellen und Hotels sowie nahe der Ortschaft Polikastro. Der griechischen Polizei zufolge sollen sich noch etwas über 4000 Migranten in der Region aufhalten.

Vergangene Woche hatte die griechische Polizei das Zeltlager an der Grenze zu Mazedonien geräumt. Rund 8500 Flüchtlinge und Migranten mussten ihre provisorischen Zelte und Unterkünfte verlassen.

Diese Räumung war aus Sicht der EU-Kommission ein richtiger Schritt. Jede Aufnahmeeinrichtung sei besser als „die Schande von Idomeni“, sagte ein Sprecher in Brüssel. In der Nähe der Stadt Thessaloniki würden die Flüchtlinge nun von Behörden und Nichtregierungsorganisationen betreut.

Ein Journalist des griechischen Fernsehsenders berichtete anderes: „Im Grunde ist es jetzt schlimmer geworden – das Lager in Idomeni war im Laufe der Zeit wenigstens gut organisiert, nicht zuletzt dank der internationalen Hilfsorganisationen“, sagte er. Nun gebe es Schwierigkeiten, die weit verstreuten Menschen angemessen zu versorgen; das gelte nicht nur für die wilden Camps, sondern auch für die neuen Unterkünfte, die von der griechischen Regierung bereitgestellt worden seien. Dort mache den Menschen vor allem die Hitze zu schaffen. In den unklimatisierten Gebäuden näherten sich die Temperaturen tagsüber 40 Grad.