Rüstung

Neue „Leo“-Panzer und Luftabwehr für die Bundeswehr

Ukrainekrise, Terror, instabiles Umfeld – die Bundeswehr rüstet auf. Ministerin Von der Leyen fordert mehr Qualität beim Material.

Die Bundeswehr nimmt neue Aufgaben ins Blickfeld. Deshalb soll wieder mehr Geld für die Rüstung bereitgestellt werden.

Die Bundeswehr nimmt neue Aufgaben ins Blickfeld. Deshalb soll wieder mehr Geld für die Rüstung bereitgestellt werden.

Foto: Maurizio Gambarini / dpa

Berlin.  Angesichts der geplanten Aufstockung des Wehretats nehmen die Investitionspläne der Bundeswehr Gestalt an. Für den Haushalt 2017 ist unter anderem ein zweistelliger Millionenbetrag für die Modernisierung des Kampfpanzers Leopard 2 angemeldet, wie es am Samstag in Kreisen des Verteidigungsministeriums hieß. Ein niedriger dreistelliger Millionenbetrag ist für ein neues Taktisches Luftverteidigungssystem (TLVS) eingeplant. Ministerin Ursula von der Leyen (CDU) bekräftigte die Trendwende hin zu höheren Wehrausgaben – und pocht auf strengere Qualitätsvorgaben bei Rüstungsprojekten.

„Wir verlangen von der Industrie, dass die Bundeswehr genauso fristgerecht und mängelfrei beliefert wird wie private Kunden“, sagte von der Leyen dem Magazin „Focus“. Oberste Ziele seien ein sparsamer Umgang mit Steuergeld und bester Schutz der Soldaten. Die Trendwende bei den Verteidigungsausgaben sei der veränderten Sicherheitslage geschuldet. Dazu zählten die russische Intervention in der Ukraine, erhöhte Terrorgefahr und „Instabilitäten rund um Europa“.

39,2 Milliarden Euro an Wehrausgaben geplant

Das Bundeskabinett hatte in den Eckwerten für den Etat 2017 und die mittelfristige Finanzplanung beschlossen, die Wehrausgaben von nun 34,3 Milliarden auf 39,2 Milliarden Euro im Jahr 2020 zu steigern. Diese Aufstockung um insgesamt 10,2 Milliarden Euro sei ein moderater Anstieg, der zu verstetigen sei, sagte ein Ministeriumssprecher. Die konkreten Etatverhandlungen laufen derzeit.

Der Bundeswehrverband hatte die Steigerungen als unzureichend kritisiert. Deutschland bleibe so auch hinter dem Nato-Ziel zurück, zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung auszugeben. Der Grünen-Experte Tobias Lindner kritisierte im Sender NDR Info mit Blick auf Investitionswünsche des Ministeriums: „Von der Leyen ist nicht willens, zu priorisieren.“

7000 neue Stellen bei der Truppe

Mehr Geld für Investitionen ist ein Element zur Verstärkung der Bundeswehr. Das Ministerium ermittelte außerdem einen Bedarf von 14.300 zusätzlichen Soldaten und 4400 Zivilisten für die nächsten sieben Jahre. Zunächst sollen 7000 neue Stellen geschaffen werden.

Einer Rückkehr zur Wehrpflicht erteilte die Ministerin eine Absage. Die Bundeswehr brauche in erster Linie hoch motivierte und qualifizierte Spezialisten. „Die rekrutieren wir erfolgreicher, indem wir uns als attraktiver und moderner Arbeitgeber aufstellen“, sagte sie dem „Focus“. (dpa)