Bußgeldkatalog

SPD will die Promillegrenze für Radfahrer auf 1,1 senken

Alkohol am Lenker soll früher als bisher geahndet werden. Das fordert zumindest die SPD. Schon bei 1,1 Promille drohten dann Strafen.

Alkohol am Radlenker ist kein Kavaliersdelikt, sagt die SPD. Deshalb will die Partei die Promillegrenze für Radler deutlich herabsetzen.

Alkohol am Radlenker ist kein Kavaliersdelikt, sagt die SPD. Deshalb will die Partei die Promillegrenze für Radler deutlich herabsetzen.

Foto: Patrick Pleul / dpa

Berlin.  Die Verkehrsexperten der SPD-Bundestagsfraktion dringen darauf, die Promillegrenze für Radfahrer deutlich zu senken. Nach einem Beschlusspapier der Experten, das der „Saarbrücker Zeitung“ vorliegt, soll künftig bereits ab einer Blutalkoholkonzentration von 1,1 Promille eine Strafzahlung fällig werden. Laut Bußgeldkatalog müssen Radfahrer derzeit erst ab 1,6 Promille mit drei Punkten in Flensburg, einer Geldstrafe und der Vorladung zum „Idiotentest“ rechnen.

Alkoholbedingte Ausfallerscheinungen bei Radfahrern nähmen ab 1,1 Promille stark zu, sagte der SPD-Abgeordnete Stefan Zierke dem Blatt. Dadurch sei eine ungefährliche Teilnahme am Straßenverkehr nicht mehr sichergestellt. „Eine angepasste Promillegrenze für Radfahrer ist deshalb ein entscheidendes Signal und ein notwendiger Schritt“, betonte Zierke. Auch der Verkehrsgerichtstag in Goslar hatte im vergangenen Jahr eine Absenkung des Grenzwertes gefordert.

Grüner Radler-Pfeil für Rechtsabbieger soll kommen

Die SPD-Experten planen auch, Radlern an ungefährlichen Kreuzungen das Rechtsabbiegen bei Rot durch einen grünen Pfeil zu erlauben. Dadurch werde der Verkehrsfluss optimiert, sagte Zierke. Zustimmung kam von den Grünen. „So kann Radfahren sicherer und damit noch attraktiver werden“, sagte deren zuständiger Sprecher Matthias Gastel der Zeitung.