Unkrautvernichtungsmittel

UN-Studie hält Glyphosat für doch nicht krebserregend

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Ein Sprühfahrzeug verteilt Glyphosat auf einem Feld: Ob die EU die Zulassung des Pflanzenschutzmittels verlängert, wird in dieser Woche entschieden.

Ein Sprühfahrzeug verteilt Glyphosat auf einem Feld: Ob die EU die Zulassung des Pflanzenschutzmittels verlängert, wird in dieser Woche entschieden.

Foto: imago stock&people / imago/Bildwerk

Glyphosat ist höchst umstritten. Eine neue UN-Studie kommt nun zu dem Ergebnis, dass das Pflanzenschutzmittel nicht krebserregend ist.

Genf.  Das umstrittene Unkrautbekämpfungsmittel Glyphosat des US-Konzerns Monsanto ist nach Einschätzung von UN-Experten wahrscheinlich doch nicht krebserregend. Tiertests mit für Menschen relevanten Dosen des Mittels hätten gezeigt, dass Glyphosat bei der Nahrungsaufnahme nicht zu genetischen Zellveränderungen führe, heißt es in einem am Montag bekanntgewordenen Entwurf eines UN-Berichts. Glyphosat ist auch in Deutschland eines der am häufigsten verwendeten Pestizide.

Auch Veränderungen des menschlichen Erbguts hätten nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden können. In dem Bericht werden Ergebnisse eines Arbeitstreffens von Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) zusammengefasst, das vom 9. bis 13. Mai in Genf stattfand. Allerdings wird auch darauf hingewiesen, dass es bei Tests mit Mäusen bei sehr hohen Dosen Krebsverdacht gab.

Bundesregierung streitet über das Thema Wiederzulassung

Die Aussagen stehen im Gegensatz zu Feststellungen der mit der WHO verbundenen Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) in Lyon, die Glyphosat 2015 als wahrscheinlich krebserregend eingestuft hatte.

Der zuständige EU-Ausschuss für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit will in dieser Woche entscheiden, ob die Zulassung für Glyphosat verlängert werden soll oder nicht. Frankreich will dagegen votieren. Das Thema ist auch innerhalb der Bundesregierung umstritten. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) ist für eine Verlängerung. Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) verlangt dagegen, es müsse erst zweifelsfrei geklärt werden, ob Glyphosat gesundheitlich unbedenklich sei. Sie hatte angekündigt, die SPD-Ressorts würden eine Wiederzulassung des Herbizids in der EU ablehnen. Inzwischen hat sich das Kanzleramt in den Streit eingeschaltet.

Glyphosat wird seit den 70er Jahren in der Landwirtschaft eingesetzt. Monsanto vertreibt es unter dem Markennamen Roundup und erzielte damit im vergangenen Jahr einen Umsatz von 4,8 Milliarden Dollar. Auch andere Konzerne produzieren das Mittel. (dpa/rtr)

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