Islamisten

Dutzende Tote bei IS-Anschlägen im Jemen und im Irak

Blutiges Wochenende im Nahen Osten: Im Jemen töteten IS-Kämpfer 27 Polizeirekruten, im Irak elf Angestellte eines Kraftwerks in Bagdad.

Im Irak griffen Terroristen am Sonntagmorgen ein Gaskraftwerk an, töten elf Angestellte und verletzten 24 weitere.

Im Irak griffen Terroristen am Sonntagmorgen ein Gaskraftwerk an, töten elf Angestellte und verletzten 24 weitere.

Foto: Ali Abbas / dpa

Bagdad/Sanaa.  Ein Selbstmordattentäter hat sich vor einer Kaserne im Jemen in die Luft gesprengt und dabei mindestens 27 Menschen mit in den Tod gerissen. Die Opfer – überwiegend Armeeanwärter – hatten sich am Sonntag vor dem Gebäude in der südöstlichen Stadt Mukalla versammelt, als sie von der Explosion erfasst wurden, berichteten Mitarbeiter von Krankenhäusern in der Umgebung. Zudem seien etwa 60 Menschen verletzt worden. Die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) bekannte sich der auf Terror-Propaganda spezialisierten Seite Intelligence Group zufolge zu dem Attentat.

Erst am Donnerstag waren bei einem Anschlag auf einem Armeegelände in Mukalla mindestens sieben Menschen getötet worden, auch hier bekannte sich der IS. Anfang Mai hatten Regierungstruppen die Stadt aus den Händen des Terrornetzwerkes Al-Kaida befreit. Der Jemen gilt als Hochburg der Al-Kaida. Der örtliche Ableger wird von westlichen Experten als besonders gefährlich eingestuft. Die USA setzten jahrelang Drohnen gegen Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel ein. Auch der „Islamische Staat“ konnten seinen Einfluss im Machtvakuum des Bürgerkriegslandes in den vergangenen Monaten ausdehnen.

Weitere Attacke im Irak

Im Jemen tobt ein Konflikt zwischen Anhängern des von Saudi-Arabien unterstützten Präsidenten Abd-Rabbu Mansur Hadi und den mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen. Dabei kamen mehr als 6000 Menschen ums Leben. Betroffen ist vor allem das von Huthis kontrollierte Zentrum und der Norden des Landes, während sich im Süden ein Sicherheitsvakuum bildete.

Bei einem weiteren Terroranschlag im Irak auf ein Gaskraftwerk nördlich von Bagdad sind am Sonntag mindestens elf Menschen getötet worden. Sicherheitskreise und Augenzeugen berichteten zudem von 24 Verletzten bei dem Anschlag in der Stadt Tadschi am Sonntagmorgen. Ein Militärsprecher machte die Terrormiliz IS für die Tat verantwortlich.

64 Tote durch Autobombe in Bagdad

Zunächst sei ein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug am Eingang zu der Anlage explodiert. Ob dabei der Fahrer starb, war zunächst unbekannt. Anschließend seien bewaffnete Angreifer auf das Gelände gestürmt. Sechs von ihnen wurden bei einer Schießerei mit Sicherheitskräften getötet, wie der Militärsprecher sagte. Bei dem Schusswechsel seien insgesamt drei Gastanks in Brand geraten. Die Identität der anderen fünf Toten werde noch untersucht. Einige von ihnen seien Wachen des Werks.

Erst am Donnerstag waren bei der Explosion einer Autobombe in Bagdad 64 Menschen getötet und 87 verletzt worden. (dpa)

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