Euro-Krise

Griechenland will schon 2017 zurück an die Kapitalmärkte

Der griechische Regierungschef Tsipras will sein Land bald an die Kapitalmärkte zurückbringen. Athen rechnet mit zwölf Milliarden Euro.

Der griechische Premierminister Alexis Tsipras blickt optimistisch in die Zukunft seines Landes.

Der griechische Premierminister Alexis Tsipras blickt optimistisch in die Zukunft seines Landes.

Foto: ALKIS KONSTANTINIDIS / REUTERS

Athen.  Griechenland will sich nach einer Einigung mit den Geldgebern rasch frisches Geld auf den Kapitalmärkten beschaffen. „Wir kehren 2017 an die Märkte zurück“, sagte Regierungschef Alexis Tsipras der Athener Sonntagszeitung „RealNews“. Sein Land werde „vielleicht viel früher“ die Krise hinter sich lassen als bisher geplant, sagte Tsipras weiter.

Vizeregierungschef Giannis Dragasakis sagte der Athener Zeitung „Naftemporiki“ am Samstag, er gehe davon aus, dass nach einer Einigung mit den Gläubigern neun bis zwölf Milliarden Euro nach Athen fließen könnten. Ein großer Teil davon werde die griechische Wirtschaft beleben, sagte Dragasakis.

Parlament arbeitet mit Hochdruck an Finanzsanierung

Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen erfuhr, soll bereits Ende kommender Woche der dritte Teil eines harten Sparmaßnahmenbündels dem Parlament zur Billigung vorgelegt werden. Es geht um indirekte Steuern in Höhe von 1,8 Milliarden Euro. Zudem soll kommende Woche eine „automatische Schuldenbremse“ gebilligt werden. Falls der Haushalt von den gesetzten Zielen abweicht, sollen dann automatisch und ohne weitere Verhandlungen Kürzungen von Renten und Löhnen sowie Einsparungen im staatlichen Bereich in Kraft treten. Genaue Details würden zurzeit mit den Gläubigern abgestimmt.

Bereits vergangenen Sonntag hatte das Parlament in Athen Rentenkürzungen und Einkommenssteuererhöhungen von 3,6 Milliarden Euro gebilligt. (dpa)