Berlin –

Unabhängige Patientenberatung erfährt großen Zulauf

24.000 Beratungen in vier Monaten. Service auch auf Arabisch

Berlin. Wieviel Zuschuss erhalte ich beim Zahnersatz? Wohin wende ich mich bei ärztlichen Behandlungsfehlern? Wer zahlt bei längerer Krankheit? Wie komme ich an meine Patientenakte? Die Themenpalette ist vielfältig, der Beratungsbedarf unter Patienten groß. Seit dem Start der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD) zu Jahresbeginn wurden bis Ende April bundesweit bereits mehr als 24.500 Beratungsgespräche geführt. Ziel sei es, die Gespräche auf bis zu 200.000 pro Jahr zu erhöhen, sagte der Geschäftsführer der Unabhängigen Patientenberatung (UPD), Thorben Krumwiede.

Die UPD erfüllt einen gesetzlichen Auftrag. Sie berät Ratsuchende neutral und unabhängig zu gesundheitlichen und sozialrechtlichen Fragen, egal ob sie privat, gesetzlich oder gar nicht krankenversichert sind. Der Service ist kostenlos. Die Institution wird jährlich mit neun Millionen Euro gefördert.

Und der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann (CDU), ist mit der Leistung der UPD, die seit Jahresbeginn unter neuer Führung des Gesundheitsunternehmens Sanvartis geleitet wird, in einer ersten Zwischenbilanz zufrieden: „Wir haben inzwischen ein deutlich verbessertes Beratungsangebot.“ Durch längere Telefonzeiten am Abend und an den Wochenenden könnten mehr Patienten ihre medizinischen oder rechtlichen Fragen stellen. Die Zahl der Beratungsstellen sei von 21 auf 30 aufgestockt worden. Hinzu kämen speziell Fahrzeuge, die Städte und Gemeinden in ganz Deutschland anfahren, um Patienten vor Ort unabhängig und kostenlos zu informieren. Dies geschehe wahlweise auf Deutsch, Türkisch oder Russisch – und seit Kurzem als spezielles Angebot für Flüchtlinge auch auf Arabisch.

Die meisten Ratsuchenden hätten rechtliche Fragen (73 Prozent), etwa zum Krankenkassenwechsel, zur Pflege oder zum Auslauf des Krankengelds nach der höchsten Bezugsdauer, sagte Krumwiede. Unter den medizinischen Anfragen (23 Prozent) gebe es wiederum einen großen Informationsbedarf zu Zahnbehandlungen, aber auch zu Rückenerkrankungen oder Prostataproblemen. Den Patienten stehen fachkundige Mediziner und Juristen zur Verfügung. Anfragen könnten telefonisch, per Mail und Fax gestellt werden. Als neues Angebot sei eine Smartphone-App gestartet. Mit dem Programm sei es möglich, Beratungstermine zu vereinbaren und Dokumente hochzuladen. Alle Informationen würden vertraulich behandelt, Patientendaten nicht gespeichert.