Datenleck

AfD setzt „Kopfgeld“ auf Datendieb vom Parteitag aus

Auf einer Internetplattform wurden 2000 Adressen von AfD-Mitgliedern veröffentlicht. Die Parteispitze geht nun drastisch dagegen vor.

Die AfD-Spitze um Frauke Petry wurden beim Parteitag in Stuttgart am 1. Mai Opfer eines Datendiebstahls.

Die AfD-Spitze um Frauke Petry wurden beim Parteitag in Stuttgart am 1. Mai Opfer eines Datendiebstahls.

Foto: WOLFGANG RATTAY / REUTERS

Berlin.  Die Alternative für Deutschland (AfD) hat eine Belohnung von bis zu 12.000 Euro für jeden ausgelobt, der Hinweise zu einem Datendiebstahl liefern kann. Die Partei wehrt sich so gegen die Veröffentlichung Tausender Daten ihrer Mitglieder.

Unbekannte hatten während des AfD-Bundesparteitages in Stuttgart vor zwei Wochen Namen, Adressen, E-Mail-Adressen und Telefonnummern von rund 2000 Parteimitgliedern an die Betreiber des linken Internetportals Indymedia weitergegeben. Dort wurden diese Daten veröffentlicht.

AfD-Spitze zahlt privat eine Prämie

Laut AfD-Vorstandsbeschluss zahlt der Bundesverband 5000 Euro für „sachdienliche Hinweise“, die zur Ergreifung des Täters führen. Doch auch die Vorstandsmitglieder selbst wollen in die Tasche greifen. In dem Beschluss, der die Überschrift „Kopfgeld“ trägt, heißt es weiter: „Die 13 Mitglieder des Bundesvorstandes stocken angesichts ihrer besonderen Verantwortung für die Partei diesen Festbetrag um weitere 7000 Euro auf“. Vorstandsmitglied Alice Weidel wurde außerdem zur IT-Sicherheitsbeauftragten bestimmt.

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt bereits wegen des Datenlecks. Es gebe keinen neuen Ermittlungsstand, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Mittwoch auf Anfrage. Das Ende der Untersuchung sei nicht absehbar. Eine Belohnung von privater Seite für sachdienliche Hinweise an die Behörden sei zulässig, solange ein „Kopfgeld“ nicht zu weiteren Straftaten führt. (dpa)