Werkverträge

Koalition erzielt Durchbruch bei Arbeitsmarktreform

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) setzt sich gegen den Missbrauch von Werkverträgen ein.

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) setzt sich gegen den Missbrauch von Werkverträgen ein.

Foto: Bernd von Jutrczenka / dpa

Die SPD hat sich seit Monaten für eine Arbeitsmarktreform eingesetzt. Nun scheint der Streit mit der Union darüber beendet zu sein.

Berlin.  Nach monatelangem Streit haben Union und SPD ihre Meinungsverschiedenheiten zu einer Reform für besseren Schutz von Arbeitnehmern beigelegt.

„Es wird in Zukunft klare Regeln geben für Arbeitgeber und Arbeitnehmer, um den Missbrauch bei Leiharbeit und Werkverträgen zu bekämpfen“, sagte Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) am Dienstagabend nach einem Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), CSU-Chef Horst Seehofer und SPD-Chef Sigmar Gabriel im Kanzleramt in Berlin. „Wir haben klar verabredet, dass wir gleichen Lohn für gleiche Arbeit machen und da keine Schlupflöcher mehr zulassen.“

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit geplant

Leiharbeiter dürfen dem Koalitionsplan zufolge künftig höchstens 15 Monate im selben Betrieb beschäftigt werden. Nach neun Monaten muss ihnen der gleiche Lohn wie den Stammbelegschaften gezahlt werden. Allerdings sind Abweichungen davon möglich, wenn sich Arbeitgeber und Gewerkschaften darauf verständigen. Zudem dürfen Leiharbeiter nicht als Streikbrecher eingesetzt werden.

Mit Werkverträgen vergeben Unternehmen etwa IT-Dienstleistungen oder Catering- und Reinigungsdienste an andere Firmen. Laut den Gewerkschaften nutzen viele Unternehmen solche Verträge sowie Zeitarbeitnehmer, um Löhne zu drücken und soziale Standards zu senken. Die Arbeitgeber hatten hingegen vor harten Einschränkungen unternehmerischer Flexibilität gewarnt.(dpa/rtr)

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