US-Wahlkampf

Trump twittert „Ich liebe Hispanics“ – und erntet Kritik

Donald Trump hat versucht, Latino-Wähler für sich zu gewinnen. Nach seinen rassistischen Aussagen war das aber nicht sehr erfolgreich.

Er werde illegale Einwanderer „deportieren“ und eine Mauer an der Grenze zu Mexiko hochziehen, plant Donald Trumpf für einen potenzielle Präsidentschaft.

Er werde illegale Einwanderer „deportieren“ und eine Mauer an der Grenze zu Mexiko hochziehen, plant Donald Trumpf für einen potenzielle Präsidentschaft.

Foto: LUCAS JACKSON / REUTERS

New York.  Donald Trump hat einen Taco-Salat gegessen. Und weil der mutmaßliche republikanische Präsidentschaftskandidat ein Foto von sich mit dem Salat und der Aussage „Ich liebe Hispanics“ getwittert hat, ist Trumps Taco zur Nachricht geworden.

Es war ein Versuch, die hispano-amerikanischen Wählerschaft für sich zu gewinnen, denn die liebt Trump nicht. Umfragen zufolge haben 77 Prozent der Latinos ein schlechtes Bild des Milliardärs. Das ist keine Überraschung. Die größte Gruppe der Latinos in den USA stammt aus Mexiko, und nicht nur sie hat Trump mit seinen rassistischen Aussagen schockiert. „Wenn Mexiko seine Leute schickt, schicken sie nicht ihre besten... Sie schicken Leute, die eine Menge Probleme haben, und sie bringen die Probleme zu uns“, hat der 69-Jährige zum Beispiel mal gesagt: „Sie bringen Drogen. Sie bringen Verbrechen. Sie sind Vergewaltiger. Und manche, nehme ich an, sind gute Leute.“

Grinsend und mit einem „Daumen hoch“ sitzt Trump vor dem mexikanisch inspirierten Gericht, schafft es auch noch, in seinem Taco-Tweet ein bisschen Werbung für ein Restaurant in seinem „Trump Tower“ in Manhattan unterzubringen, und wünschte den Menschen einen fröhlichen „Cinco de Mayo“: Am 5. Mai feiern mexikanisch-stämmige Amerikaner ihre Kultur. Der Feiertag basiert auf einem Sieg der mexikanischen Armee über französische Angreifer anno 1862, und im Gegensatz zu den Partys in den USA spielt der Tag in Mexiko fast keine Rolle.

Der Bau-Magnat rühmt sich gern mit dem Plan für seine potenzielle Präsidentschaft, eine Mauer an der Grenze zum Nachbarland zu bauen, eine „große, schöne, mächtige Mauer“. Kein Wunder, dass politische Latino-Gruppen nicht begeistert waren von Trumps Tweet. Janet Murguia, die Vorsitzende der größten Latino-Bürgerrechtsbewegung der USA, twitterte: „Einen Taco zu essen und einen Sombrero zu tragen reicht 2016 bei uns nicht.“ Trump liege gleich dreimal daneben: Er sei ahnungslos, beleidigend und mache auch noch Werbung für sich selbst.

Das Wahlkampf-Team der mutmaßlichen demokratischen Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton nutzte die Vorlage nur zu gern – und schnitt in einem kurzen Video noch mal Trumps umstrittene Aussagen zu mexikanischen Einwanderern zusammen, leuchtend gelb in Spanisch untertitelt:

Selbstverständlich blieb auch nicht unbemerkt, dass Donald Trump den Taco auf einem Bikini-Bild seiner zweiten Ex-Frau Marla Maples verspeiste; neben der „New York Times“ lag auf seinem Schreibtisch auch das „People“-Magazin, in dem ein Porträt des Immobilien-Tycoons erschienen ist.