Athen –

Tausende Flüchtlinge abgeschoben

Athen.  Griechenland hat seit Jahresbeginn auf Grundlage bilateraler Absprachen 6427 Migranten ausgewiesen. Die Menschen seien auf Basis einer älteren Übereinkunft Griechenlands mit der Türkei abgeschoben oder im Rahmen der Rückführungsprogramme der Internationalen Organisation für Migration (IOM) in ihre Heimatländer zurückgebracht worden, wie das Bürgerschutzministerium am Donnerstag in Athen mitteilte. Diese Ausweisungen finden unabhängig von den Rückführungen von Migranten und Flüchtlingen nach dem EU-Türkei-Flüchtlingspakt statt. Im Rahmen dieser Übereinkunft sind bislang knapp 400 Menschen in die Türkei zurückgeschickt worden.

Wie das Bürgerschutzministerium mitteilte, sind in diesem Jahr bilateral 900 Migranten von der Türkei zurückgenommen worden. Die anderen etwa 5500 Menschen wurden mit IOM-Programmen in ihre Heimatländer zurückgeschickt. Diese Programme sehen vor, dass Migranten, die es wollen, begleitet von der Polizei und mit legalen Papieren in ihre Heimat zurückgeschickt werden. Sie erhalten dafür eine kleine Finanzhilfe in Höhe von wenigen Hundert Euro. Allein im April wurden in Griechenland 1694 Menschen ausgewiesen. Die meisten stammten aus Albanien, Pakistan und Marokko. Griechenland und die Türkei hatten vor 14 Jahren ein bilaterales Rückführungsabkommen unterzeichnet. Die Regierungen beider Staaten hatten das Abkommen Anfang März neu belebt. Nach der Schließung der Balkan-route und dem EU-Türkei-Abkommen über eine Rücknahme illegaler Einwanderer ist der Flüchtlingszustrom nach Griechenland abgeebbt. Binnen 24 Stunden kamen zuletzt nur noch 87 Migranten an.

Migranten wollen Lager inIdomeni nicht freiwillig verlassen

Im Norden des Landes bleibt ein Pro­blem an der Grenze zu Mazedonien bestehen: Seit fast sieben Wochen halten Flüchtlinge bei Idomeni den für die griechische Wirtschaft wichtigen Bahnübergang nach Mazedonien besetzt.

Athen hat die Hilfsorganisationen von Idomeni inzwischen aufgerufen, bei der Leerung dieses wilden Lagers bis Ende Mai zu helfen. Es gebe keine Anzeichen dafür, dass die 10.000 Flüchtlinge freiwillig aus dem Lager an der Grenze zu Mazedonien in staatlich organisierte Lager zögen, so die griechische Regierung. Wenn Idomeni nicht gewaltsam geräumt werden solle, müssten auch die Hilfsorganisationen zur Umsiedlung aufrufen, erklärte der griechische Minister für Migration, Ioannis Mouzalas, der Athener Tageszeitung „Kathimerini“ zufolge.

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