Politik

„Die Bevölkerung muss die Ziele der AfD erkennen“

Zum Artikel: „AfD besiegelt
antiislamischen Kurs“ vom 2. Mai

Spätestens jetzt ist hoffentlich klar geworden, dass es sich bei der AfD nicht um eine Volks- oder Protestpartei, sondern eine reale Gefahr für unsere mühsam erkämpfte Demokratie handelt. Wie vor Beginn der nationalsozialistischen Diktatur erscheinen Politik und Staat wieder hilflos. Literaturnobelpreisträgerin Doris Lessing sagte bereits vor über 50 Jahren, dass die Menschheit einfach nichts aus ihrer Geschichte lerne – sollte sie bis heute recht behalten? Politik und Medien sehe ich dazu aufgefordert, die AfD-Inhalte der Bevölkerung so zu vermitteln, dass die Wähler auch Möglichkeit haben, diese Partei leichter zu durchschauen.

Constanze Meyer-Thietz, per E-Mail

Starke Konfrontation zwischen gesellschaftlichen Gruppen

Zum Zitat des Tages von DGB-Chef
Reiner Hoffmann vom 2. Mai

Es ist leider immer offensichtlicher, dass der Zusammenhalt in der Gesellschaft schwächer wird. Ein Zusammenbruch der bislang insgesamt friedlichen Strukturen scheint möglich. So geht zum Beispiel die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander. Vor allem aber sehe ich, dass die Konfrontation zwischen den Gruppen und deren Vorurteile immer heftiger werden. Da werden naiv und unkritisch Internetparolen geglaubt, die Hass schüren, seriösen Medien wird nicht mehr vertraut. Im Netz verbreiten sich Gerüchte und Lügen ungebremst, die Adressaten kreisen immer nur um sich selbst in ihrer Filterblase und schauen nicht mehr nach rechts und links. Ich bin ratlos, was man da tun kann.

Holger Lührsen, Neukölln

Ordentliche Löhne müssen her, damit Vorsorge möglich ist

Zum Artikel: „Versicherer wollen Riester reformieren“ vom 2. Mai

Eine Reform des Rentensystems und seiner Komponenten (gesetzlich, betrieblich, privat) ist dringend nötig. Viele Bemühungen gehen derzeit vollkommen an der Realität vorbei. Denn wer wenig verdient, hat auch nichts übrig, um es auf die hohe Kante zu legen. Das ist – zugegeben – keine neue Erkenntnis. Was meiner Ansicht nach eine besondere Rolle spielt, sind die vielen prekären Jobs mit Mindestlohn und/oder Teilzeit. Ordentliche Löhne müssen her, damit man auch vorsorgen kann. Das sollte durch hohe Anreize des Staates unterstützt werden. Das ist nicht nur im Interesse des einzelnen, potenziell altersarmen Bürgers, sondern auch des Staates. Denn der Staat muss ja – oder weitergedacht natürlich der Steuerzahler – dann aufstocken, wenn zum Beispiel dem Paketzusteller oder der Friseurin nach 45 Jahren Arbeit nur eine Hungerrente bleibt.

Horst Balmer, Mitte

Neues Einkaufszentrum ist an diesem Standort keine gute Idee

Zum Artikel: „Baustart für das
Einkaufs-Ufo“ vom 3. Mai

Ob das mit dem Einkaufszentrum dort in Friedrichshain eine gute Idee ist? Auf der anderen Seite der Gleise hat man, vom Ostbahnhof aus erreichbar, ein Gewerbegebiet. Ob es da nicht besser gewesen wäre, wenn man das Kaufhaus am Ostbahnhof, das demnächst schließt, für eine solche Mehrfachnutzung umgebaut hätte? Das ist ein ansehnlicher Bau. Was kommt nun in dieses Kaufhaus, wenn 100 Meter weiter ein Einkaufszentrum steht? Man hat im Fernbahnhof Discounter und Einzelhandel und eine Menge Buden auf der Straße. Da hätte ein solcherart umgebautes Kaufhaus alles belebt. Zum Ostkreuz hat das Einkaufszentrum auch keine „Beziehung“. Und dort ist schon das mager besuchte Victoria Center.

Jürgen Spiegel, Neukölln

Der Mensch gewöhnt sich schnell an das „trockene und warme“ Einkaufen. Aber die Lebendigkeit einer Straße lebt vom Einzelhandel, und der ist mit diesen Monstern tot.

Stefan Viergutz, via Facebook