Damaskus –

28 Tote bei Luftangriff auf Flüchtlingslager in Syrien

Waffenruhe in Aleppo scheint vorerst zu halten

Damaskus.  Bei einem Luftangriff auf ein Flüchtlingslager in Syrien sind Oppositionsangaben zufolge 28 Menschen getötet worden. Darunter seien auch Frauen und Kinder, teilte die Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Donnerstag mit. Aufgrund der Anzahl von Schwerverletzten werde noch mit weiteren Toten gerechnet. Der Angriff ereignete sich in der Nähe der Stadt Sarmada in der Provinz Idlib an der Grenze zur Türkei. Wer dafür verantwortlich war, war zunächst unklar.

Das Lager sei zwei Mal direkt getroffen worden, sagte ein Oppositionsaktivist aus der nahe gelegenen Stadt Atmeh, der mit Personen in der Nähe des betroffenen Lagers in Kontakt stand. „Mir wurde gesagt, dass viele Zelte brannten.“ Es seien zwei Luftangriffe auf das Lager, in dem viele Menschen aus den zuletzt heftig umkämpften Gebieten um die Städte Aleppo und Palmyra Zuflucht gesucht hätten, geflogen worden. Die Verletzten würden zur Behandlung in die Türkei gebracht. Der syrische Zivilschutz teilte über Twitter mit, dass bei den Angriffen auf das Lager mehr als 30 Menschen ums Leben gekommen seien.

Die USA verurteilten die Angriffe. „Es gibt keine Rechtfertigung für einen Luftangriff auf unschuldige Zivilisten, die bereits einmal vor Gewalt geflohen sind und ihre Heimat verlassen haben“, sagte ein Sprecher des US-Präsidialamtes. In der 30 Kilometer entfernten Stadt Aleppo schien die von den USA und Russland ausgehandelte Feuerpause am Donnerstag unterdessen weitgehend zu halten. In der Stadt herrschte Anwohnern zufolge relative Ruhe.

In Staatsmedien hieß es, die Regierungstruppen würden sich an die seit Donnerstag geltende Waffenruhe für 48 Stunden halten. Präsident Baschar al-Assad erklärte allerdings, er werde nicht nachgeben, bis die Rebellen in Aleppo und anderswo vollständig besiegt seien. In einem Telegramm an den russischen Präsidenten Wladimir Putin bedankte er sich für die militärische Unterstützung und kündigte an, seine Einheiten würden bis zum „finalen Sieg“ weiterkämpfen. Die oppositionsnahe Syrische Beobachterstelle für Menschenrechte berichtete von mindestens einem Toten durch einen Rebellenangriff in einem von Regierungseinheiten gehaltenen Stadtteil Aleppos.

Das Schweigen der Waffen wird vom Westen als Voraussetzung für weitere Friedensgespräche gesehen. Die Verhandlungen zwischen Rebellen und Vertretern der Führung in Damaskus waren zuletzt ins Stocken geraten. Streit hatte sich insbesondere an der künftigen Rolle Assads entzündet. Die Rebellen wollen ihn von jeder Übergangsregierung ausschließen, Assad lehnt dies ab.