Berlin –

Kabinett billigt Cannabis-Arzneien für Schwerkranke

Berlin.  Schmerzpatienten sollen künftig Cannabis auf Rezept in der Apotheke bekommen können. Nach jahrelangen Diskussionen brachte das Bundeskabinett einen Gesetzentwurf von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe auf den Weg. „Wir wollen, dass für Schwerkranke die Kosten für Cannabis als Medizin von ihrer Krankenkasse übernommen werden, wenn ihnen nicht anders geholfen werden kann“, sagte der CDU-Politiker in Berlin.

Eine generelle Cannabisfreigabe lehnt die Regierung ab. Die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler (CSU) sagte: „Cannabis ist keine harmlose Substanz. Daher darf es auch keine Legalisierung zum reinen Privatvergnügen geben.“

Patienten ohne therapeutische Alternative sollen getrocknete Cannabisblüten und -extrakte erhalten. Dafür sei der Anbau erlaubt. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte soll als staatliche Cannabisagentur fungieren und das medizinische Cannabis laut Gesetzentwurf an Hersteller von Cannabisarzneimitteln, Großhändler oder Apotheken weiterverkaufen.

Bislang bekommen etwa 650 Patienten Cannabisblüten und -extrakte aus der Apotheke. Das Gesetz soll im Frühjahr 2017 in Kraft treten.