Arbeitsmarktreform

Polizist nach Protesten in Frankreich in Lebensgefahr

Erneut hat es in Frankreich heftige Proteste gegen eine Arbeitsmarktreform gegeben. So viele Festnahmen und Verletzte sind jedoch neu.

Die Proteste gegen die Arbeitsmarktreform in Frankreich liefen nicht nur friedlich ab.

Die Proteste gegen die Arbeitsmarktreform in Frankreich liefen nicht nur friedlich ab.

Foto: Etienne Laurent / dpa

Paris.  In mehreren französischen Städten ist es bei Protesten gegen die geplante Arbeitsmarktreform zu schweren Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Demonstranten gekommen. 24 Polizisten seien verletzt worden, einer von ihnen schwebe in Lebensgefahr, sagte Innenminister Bernard Cazeneuve am Donnerstagabend.

Landesweit seien 124 Menschen vorläufig festgenommen worden. Zehntausende Menschen waren zuvor in Paris, Rennes, Nantes, Marseille und anderen Städten des Landes gegen die Pläne von Präsident Francois Hollande zur Aufweichung von Arbeitnehmerrechten auf die Straßen gegangen. Streikende Arbeiter hatten Reifen in Brand gesetzt, die Polizei setzte Tränengas ein.

Frankreich will Kündigungsschutz aufweichen

Die Demonstranten verlangen kurz vor dem traditionellen Tag der Arbeit am 1. Mai einen Verzicht auf die Reformpläne, die nächste Woche im Parlament debattiert werden sollen. Mit dem Vorhaben sollen Entlassungen, aber auch Neueinstellungen erleichtert werden. Der Gewerkschaft CGT zufolge sollen dabei grundlegende Arbeitnehmer-Rechte geschliffen und den Firmen mehr Freiheiten bei Bezahlung, Pausen und Überstundenzuschlägen eingeräumt werden. Das sei inakzeptabel.

Neue Arbeitsmarktzahlen hatten Hollande zuletzt Rückenwind gegeben: Die Arbeitslosigkeit ging im März so stark zurück wie seit September 2000 nicht mehr. Im vergangenen Monat waren 3,53 Millionen Menschen arbeitslos gemeldet. Dies sind 1,7 Prozent weniger gegenüber dem Rekordwert vom Februar, aber noch rund 0,5 Prozent mehr als vor einem Jahr. Hollande hatte erklärt, wenn die Arbeitslosigkeit nicht deutlich sinke, werde er sich nicht um eine Wiederwahl bemühen. (rtr/dpa)