Flüchtlinge

Grenzkontrollen am Brenner sollen Ende Mai starten

Urlauber müssen sich auf lange Wartezeiten am Brenner einstellen. Ab Ende Mai wird es dort Grenzkontrollen geben – auch an Feiertagen.

Für die Kontrollen sollen die vier Autobahnspuren am Brenner geteilt werden. Für Autos gilt dann Tempo 30.

Für die Kontrollen sollen die vier Autobahnspuren am Brenner geteilt werden. Für Autos gilt dann Tempo 30.

Foto: Frank Mächler / dpa

München.  Der ADAC rechnet bei Grenzkontrollen am Brenner während der Sommerferien mit Wartezeiten für Autofahrer von bis zu zwei Stunden. „Der Brenner ist das Nadelöhr von Italien nach Österreich“, sagte der Verkehrsexperte Andreas Hölzel am Mittwoch in München. Ende Juni werde es die erste große Rückreisewelle von Sommerurlaubern geben. Sein Tipp für alle, die dann von Italien nach Österreich unterwegs sind: „Geduld mitbringen und sich vorab über die Wartezeiten informieren“.

Die „Tiroler Tageszeitung“ hatte berichtet, dass Österreich ab Ende Mai oder Anfang Juni an der Grenze Reisende aus Richtung Italien kontrollieren will. Dann rechne die Polizei mit rund 400 bis 500 Flüchtlingen am Tag, berichtet die Zeitung. Für Personen- und Sichtkontrollen würden die vier Autobahnspuren geteilt. Es gelte dann im Bereich des österreichisch-italienischen Grenzübergangs Tempo 30. Auch der Zugverkehr werde kontrolliert.

Kontrollen können wohl jederzeit starten

Die Kontrollen könnten jederzeit starten, sagte Landespolizeidirektor Helmut Tomac am Mittwoch. Auch auf mögliche Feiertage wie Pfingsten werde keine Rücksicht genommen. Derzeit bestehe aber keine Notwendigkeit zu Kontrollen an dem österreichisch-italienischen Grenzübergang. Laut Behörden gibt es auch Vorbereitungen für einen 370 Meter langen Zaun.

Der Brenner ist auch ohne Einschränkungen eine extrem befahrene Strecke; sowohl Urlauber als auch viele Lastwagen sind auf der wichtigen Nord-Süd-Verbindung unterwegs. Alternativrouten gibt es kaum, sind die Straßen mitten durch die Berge doch meist deutlich länger, klein und kurvig. „Wenn ich mit dem Wohnmobil über Alpenpässe fahren muss, das ist nicht ratsam“, sagte Hölzel.

Ausweichen könnte man im Osten über Salzburg, im Westen über die Schweiz, was vor allem für Reisende Richtung Köln, Stuttgart oder Frankfurt interessant ist. (dpa)