Rechtspopulisten

Kardinal Woelki: Brauchen keine Alternativen für Deutschland

Der Kölner Erzbischof Woelki findet deutliche Worte für die Partei AfD. Deren Äußerungen über den Islam bezeichnete er als „gehässig“.

Der Erzbischof von Köln, Rainer Maria Woelki, spricht sich gegen die AfD aus.

Der Erzbischof von Köln, Rainer Maria Woelki, spricht sich gegen die AfD aus.

Foto: Henning Kaiser / dpa

Köln.  Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hat die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD) wegen ihrer islamkritischen Äußerungen deutlich kritisiert. „Nein, solche Alternativen für Deutschland brauchen wir nicht!“, sagte der Chef des größten deutschen Bistums in einem Beitrag für das Kölner Domradio.

Die jüngsten Vorschläge der AfD-Parteispitze könne man „nicht wirklich ernst nehmen“, meinte er. Die stellvertretende AfD-Parteivorsitzende Beatrix von Storch hatte kürzlich die Ansicht vertreten, der Islam sei „eine politische Ideologie, die mit dem Grundgesetz nicht vereinbar“ sei.

Dazu sagte der katholische Erzbischof: „Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Eine ganze Religion, ja, eine der großen Weltreligionen wird hier in gehässiger Absicht an den Pranger gestellt.“ Ein Blick ins Grundgesetz hätte aus seiner Sicht gereicht, um festzustellen, dass in Deutschland Religionsfreiheit herrsche. Niemand dürfe wegen seines Glaubens diskriminiert werden. „Wer „Ja" zu Kirchtürmen sagt, der muss auch „Ja" sagen zum Minarett“, sagte Woelki. (dpa)