EU-Austritt

Cameron verteidigt Obamas Einmischung in Brexit-Debatte

US-Präsident Barack Obama wirbt offen für den Verbleib von Großbritannien in der EU. Dies gefiel nicht offenbar nicht allen Briten.

David Cameron (rechts) hält Barack Obamas Diskussionsbeitrag zur Grexit-Debatte für gerechtfertigt.

David Cameron (rechts) hält Barack Obamas Diskussionsbeitrag zur Grexit-Debatte für gerechtfertigt.

Foto: Michael Reynolds / dpa

London.  Der britische Premierminister David Cameron hat US-Präsident Barack Obama gegen Kritik verteidigt. Cameron ist der Meinung, dass Obama durchaus seine Meinung über einen möglichen Austritt Großbritanniens aus der EU sagen dürfe. An Obamas Äußerungen im Rahmen seines England-Besuches hatte es viel Kritik gegeben.

„Die USA sind einer unserer engsten Verbündeten. Deshalb ist es wichtig zu hören, warum er sagt, dass wir in der EU bleiben sollten“, teilte Cameron am Freitag per Kurznachrichtendienst Twitter mit.

Obama hatte sich zuvor in einem Gastbeitrag der britischen Zeitung „The Daily Telegraph“ für einen Verbleib Großbritanniens in der EU ausgesprochen. Befürworter eines „Brexit“ (EU-Austritt Großbritanniens) hatten sich an der Einflussnahme Obamas gerieben. Der US-Präsident ist bis Sonntag zu Besuch in Großbritannien. Danach reist er weiter nach Hannover.

Auch der rechtsnationale ungarische Ministerpräsident Viktor Orban warnt vor den Folgen eines Ausscheidens Großbritanniens aus der EU. „Der Brexit wäre ein schwerer Schlag für Europa“, sagte Orban der „Wirtschaftswoche“. „Das ist ein Abgrund, in den wir uns gar nicht trauen hinabzusehen.“ Orban hält die Konsequenzen eines Brexits für schwer absehbar, sollten sich die Briten am 23. Juni gegen den Verbleib in der EU entscheiden. „Grundsätzlich könnten Dinge passieren, die wir noch nie erlebt haben“, so Orban. Für sein eigenes Land schließt er einen Austritt dezidiert aus. (dpa)