Flüchtlingskrise

Bundesregierung will mehr Flüchtlinge aufs Land schicken

Flüchtlinge ansiedeln, Grundschulen retten. So stellt sich Landwirtschaftsminister Schmidt eine Politik vor, von der alle profitieren.

Ländlicher geht es nicht: Auf der Hallig Langeneß hat eine Flüchtlingsfamilie aus Syrien ihr neues Zuhause gefunden.

Ländlicher geht es nicht: Auf der Hallig Langeneß hat eine Flüchtlingsfamilie aus Syrien ihr neues Zuhause gefunden.

Foto: Carsten Rehder / dpa

Berlin.  Die Bundesregierung pocht darauf, mehr Flüchtlinge auf ländliche Regionen zu verteilen. „Vor allem zielen wir zunächst auf den mittleren Bereich, mittlere Städte“, sagte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) der „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. Das wolle er mit den Ländern besprechen und beschließen. Bei der Integration in ländlichen Gebieten rechnet der CSU-Politiker mit einem größeren Erfolg als in eher anonymen Städten.

Die Eingliederung der Flüchtlinge sei schließlich eine „gesamtgesellschaftliche Aufgabe“, bei der man keinen „Bogen um den ländlichen Raum schlagen“ dürfe, sagte Schmidt. Auch aus finanzieller Sicht zieht er die Unterbringung auf dem Land den größeren Städten vor: „Dort, wo Wohnraum zur Verfügung steht und günstig ist, sollte man den auch nutzen.“

Schmidt erwartet Synergieeffekte für strukturschwache Regionen

Es könne auch Synergieeffekte geben, sagte Schmidt. So könnten beispielsweise Grundschulen in diesen Regionen durch den Zuzug von Flüchtlingsfamilien vor der Schließung bewahrt werden. Es gebe im ländlichen Raum aber auch Grenzen der Aufnahmefähigkeit, erläuterte der Minister: „Ich denke an einen Fall, an einen Ort mit 60 Einwohnern, wo jemand ein leerstehendes Gasthaus gekauft hat, wo mehr Flüchtlinge lebten als Ortsansässige. Das hat nicht funktioniert.“

Als Arbeiter in der Landwirtschaft sieht der Minister die Flüchtlinge auch nicht. „Wir wollen keine Reservebrigaden für die Erntehelfer aufbauen“, sagte Schmidt. (dpa/epd)