Ankara –

USA warnen vor Terroranschlägen auf Touristen in der Türkei

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Gerd Höhler

Ankara.  Wieder hat ein Sprengstoffanschlag die türkische Wirtschaftsmetropole Istanbul erschüttert: Am Sonnabendabend detonierte eine Bombe an einer Bushaltstelle im Stadtteil Mecidiyeköy. Zum Glück verlief der Anschlag glimpflich: Drei Passanten wurden leicht verletzt. Der Sprengsatz sei klein und vor allem darauf ausgelegt gewesen, einen lauten Knall zu verursachen, sagte Polizeiexperten der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu.

Erst wenige Stunden vor der Explosion hatte die US-Botschaft in Ankara ihre Bürger vor drohenden Terroranschlägen auf Touristen gewarnt. Als mögliche Ziele nannte die Botschaft Istanbul und die Urlauberhochburg Antalya an der türkischen Südküste. Es gebe „ernst zu nehmende Drohungen“ gegen Touristenziele wie öffentliche Plätze und Uferpromenaden. Die US-Diplomaten riefen auf der Internetseite der Botschaft ihre Bürger an solchen Orten zu „äußerster Vorsicht“ auf.

Auch die israelischen Behörden sind in Sorge um die Sicherheit ihrer Staatsbürger in der Türkei. Die Regierung forderte alle israelischen Bürger, die sich derzeit in der Türkei aufhalten, zum sofortigen Verlassen des Landes auf. Es bestehe eine „unmittelbare Gefahr“ von Anschlägen, hieß es zur Begründung.

Die Türkei ist in den vergangenen Monaten immer wieder von Terroranschlägen erschüttert worden. Vor drei Wochen sprengte sich ein Selbstmordattentäter auf einer Einkaufsstraße in Istanbul in die Luft. Vier Touristen wurden getötet: eine israelische Staatsbürgerin, zwei Israelis mit amerikanischen Pässen und ein iranischer Urlauber. Die türkischen Behörden schreiben den Anschlag der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) zu.

Im Januar wurden bei einem Selbstmordattentat in der Nähe der Blauen Moschee in Istanbul zwölf deutsche Urlauber getötet. Auch dieser Anschlag ging offenbar auf das Konto des IS, der in der Türkei über ein Netzwerk von Unterstützern verfügt. Bereits im vergangenen Juli hatte ein mutmaßlicher IS-Selbstmordattentäter im südostanatolischen Suruc 33 Menschen getötet. Im Oktober starben in Ankara über 100 Teilnehmer einer Friedenskundgebung, als sich zwei IS-Attentäter inmitten der Versammlung in die Luft sprengten.

Auch die kurdische Terrororganisation PKK überzieht das Land jetzt mit einer Welle der Gewalt.

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