NSU-Prozess

Bundesanwaltschaft bestreitet Job von Zschäpe bei V-Mann

Haben die mutmaßlichen NSU-Rechtsterroristen Zschäpe und Mundlos für einen V-Mann gearbeitet? Die Bundesanwaltschaft weiß davon nichts.

Die Angeklagte Beate Zschäpe im März beim NSU-Prozess in München. Sie soll zeitweise für das Geschäft eines V-Mannes des Verfassungsschutzes gearbeitet haben.

Die Angeklagte Beate Zschäpe im März beim NSU-Prozess in München. Sie soll zeitweise für das Geschäft eines V-Mannes des Verfassungsschutzes gearbeitet haben.

Foto: Tobias Hase / dpa

Karlsruhe.  Die Bundesanwaltschaft hat keine Hinweise darauf, dass die mutmaßlichen NSU-Rechtsterroristen Uwe Mundlos und Beate Zschäpe nach ihrem Abtauchen bei einem zeitweiligen Informanten des Verfassungsschutzes gearbeitet haben. Eine Sprecherin verwies am Freitag auf ihre Äußerungen bei „Spiegel Online“. Dort sagte sie: „Die Ermittlungen haben bislang keinerlei Anhaltspunkte dafür ergeben, dass Mitglieder des NSU in einem von Ralf M. betriebenen Unternehmen beschäftigt waren.“

Die Deutsche Presse-Agentur hatte von einem früheren Geschäftspartner des Mannes Hinweise darauf bekommen, dass Zschäpe in einem von diesem betriebenen Szene-Laden gearbeitet habe. Zuvor hatten ARD und „Die Welt“ mit Verweis auf Dokumente und Zeugen berichtet, dass Mundlos im Bauunternehmen des V-Manns „Primus“ als Vorarbeiter gearbeitet habe.

BKA-Protokoll spricht für Job bei V-Mann

„Spiegel Online“ berichtete dagegen unter Berufung auf Ermittlerkreise, dass die Befragung ehemaliger Mitarbeiter in beiden Fällen keine belastbaren Anhaltspunkte ergeben habe.

In einem der dpa vorliegenden Protokoll des Bundeskriminalamts von 2012 wird ein Vernehmer allerdings mit den Worten wiedergegeben: „Es liegen Erkenntnisse vor, dass die Beate Zschäpe im Ladengeschäft Heaven & Hell gearbeitet oder wenigsten (sic) mit ausgeholfen hat.“ (dpa)