Panama Papers

Justizminister Maas: „Heimlichtuerei muss ein Ende haben“

Justizminister Heiko Maas will Briefkastenfirmen aus dem Schatten ihrer Anonymität holen. Ein Transparenzregister soll dabei helfen.

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) will unter anderem mit einem Transparenzregister Briefkastenfirmen in Steueroasen den Kampf ansagen.

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) will unter anderem mit einem Transparenzregister Briefkastenfirmen in Steueroasen den Kampf ansagen.

Foto: Michael Kappeler / dpa

München.  Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) will mit einem Transparenzregister für Briefkastenfirmen auf die neuen Enthüllungen über Finanzgeschäfte in Steueroasen reagieren. In dem Register sollen Briefkastenfirmen alle Eigentümer zeigen. „Die Heimlichtuerei muss ein Ende haben“, sagte Maas der „Süddeutschen Zeitung“, dem NDR und dem WDR. Der Minister sieht darin nach eigenen Angaben einen wichtigen Bestandteil im Kampf gegen Steuerhinterziehung und Terrorismusfinanzierung. Um Briefkastenfirmen aus der Anonymität zu holen, will Maas das deutsche Geldwäschegesetz ergänzen.

Bereits vor einem Monat soll er laut „SZ“ der Regierung einen entsprechenden Zusatz zu dem Gesetz vorgeschlagen haben. Damit solle von Deutschland aus ein Signal an die EU und andere internationale Organisationen gesetzt werden.

Ball liegt bei Schäuble

Wie das Blatt weiter berichtet, muss über das weitere Vorgehen Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble entscheiden. Wie ein Sprecher des Finanzministeriums mitteilte, will der 73-Jährige bereits nächste Woche vor der in Washington stattfindenden Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds weitere Entwürfe vorstellen. Dabei soll es vor allem darum gehen, Transparenz zu schaffen. „Wir müssen dieses Unterholz ausleuchten“, so der Sprecher weiter.

Steuervermeidung und Steuerhinterziehung sind seit längerem auch auf der internationalen Bühne ein Thema. Es wird damit gerechnet, dass sich die Finanzminister der führenden Industrie- und Entwicklungsländer (G20) auch auf ihrem Treffen Mitte April in Washington damit beschäftigen. (bk/dpa)