Terrorverdacht

Salah Abdeslam will Selbstmordanschlag abgelehnt haben

Hätte Salah Abdeslam in Paris auch eine Bombe gezündet, hätte es womöglich noch mehr Opfer gegeben. Angeblich habe er sich geweigert.

Der mutmaßliche Attentäter von Paris, Salah Abdeslam, soll nach seiner Festnahme in Belgien bald nach Frankreich ausgeliefert werden.

Der mutmaßliche Attentäter von Paris, Salah Abdeslam, soll nach seiner Festnahme in Belgien bald nach Frankreich ausgeliefert werden.

Foto: Belgian Federal Police / Handout / dpa

Paris/Brüssel.  Der mutmaßliche Attentäter von Paris, Salah Abdeslam, hat sich nach Angaben seines Bruders Mohammed geweigert, sich am Tag der Anschläge ebenfalls in die Luft zu sprengen. Mohammed Abdeslam sagte dem französischen Fernsehsender BFM, dies habe sein Bruder ihm gegenüber erklärt. Salah habe gesagt, wenn er wie die anderen Attentäter am 13. November seinen Sprengsatz gezündet hätte, hätte es mehr Opfer gegeben. „Glücklicherweise konnte ich das nicht durchziehen“, habe Salah gesagt.

Salah Abdeslam war am 18. März nach monatelanger Fahndung in Brüssel festgenommen worden und soll nach Frankreich ausgeliefert werden. Er soll an den Anschlägen in Paris am 13. November beteiligt gewesen sein, bei denen 130 Menschen starben. Abdeslams älterer Bruder Khalid sprengte sich damals in einem Pariser Café in die Luft.

Abdeslam verweigert die Aussage

Salah Abdeslam ist seinen Anwälten zufolge bereit, mit den französischen Behörden zu kooperieren. Er hat sich zunächst gegenüber belgischen Ermittlern geäußert, nach den Anschlägen von Brüssel am 22. März aber von seinem Recht Gebrauch gemacht, die Aussage zu verweigern. Bei den Sprengstoffanschlägen in der Metro und in einer Abfertigungshalle des Brüsseler Flughafens wurden mindestens 35 Menschen getötet. Die Ermittler sind davon überzeugt, dass hinter den Anschlägen von Paris und Brüssel dasselbe Netzwerk der Extremisten des sogenannten Islamischen Staates steckt.

Der Brüsseler Flughafen soll voraussichtlich am Sonntag teilweise geöffnet werden. Etwa 800 Fluggäste pro Stunde könnten dann von Brüssel aus starten, sagte ein Vertreter der belgischen Polizeigewerkschaft am Freitag. Das wäre etwa ein Fünftel der üblichen Auslastung. Die Passagiere sollen unmittelbar nach ihrer Ankunft im Flughafen kontrolliert werden.

Haftbefehl gegen Terrorverdächtigen in Belgien

Im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen den in Frankreich festgenommen Terrorverdächtigen Reda K. hat die belgische Justiz zudem Haftbefehl gegen einen 33-jährigen Mann ausgestellt. Dem Belgier wird vorgeworfen, Mitglied einer terroristischen Vereinigung zu sein, teilte die Staatsanwaltschaft am Samstag in Brüssel mit. Zu Details machten die Ermittler keine Angaben. Nach Medieninformationen wurde der Mann im Zentrum Brüssels festgenommen.

Gegen den 34-jährigen Reda K. wurde in Frankreich ein Anklageverfahren wegen Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung eingeleitet. Der Franzose soll nach Angaben aus Paris zu einem Terrornetzwerk gehören, das mit einem großen Waffenarsenal kurz vor einem schweren Anschlag stand. (rtr/dpa)