Trauerfeier

Merkel über Westerwelle: Werde ihn als Vertrauten vermissen

Die Bundeskanzlerin vermisst einen engen Vertrauten: Bei einer Trauerfeier nahmen viele Prominente Abschied von Guido Westerwelle.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach bei der Trauerfeier für Guido Westerwelle in der St. Aposteln-Kirche in Köln

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach bei der Trauerfeier für Guido Westerwelle in der St. Aposteln-Kirche in Köln

Foto: Federico Gambarini / dpa

Köln.  Abschied von Guido Westerwelle: Bei einer bewegenden Trauerfeier haben Familie, Freunde und politische Weggefährten in Köln des ehemaligen Außenministers gedacht. „Deutschland hat einen besonderen Menschen und Politiker verloren“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel in einer Ansprache. Sie persönlich werde Westerwelle auch als engen Vertrauten und verlässlichen Partner vermissen

Die Nachricht vom Tod Westerwelles habe sie völlig unvermittelt getroffen, sagte Merkel in ihrer Rede. Sie habe nicht glauben wollen, dass es ihm nicht vergönnt sein sollte, sein „zweites Leben nach der Politik“ gebührend auszukosten. Sein Tod sei schwer zu akzeptieren und schon gar nicht zu fassen. „Ich persönlich werde dich auch als Menschen und Vertrauten vermissen.“

Zu dem ökumenischen Gottesdienst in der St. Aposteln-Kirche waren Samstag auch Bundespräsident Joachim Gauck, FDP-Chef Christian Lindner und NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) gekommen. Die Familie um Westerwelles Ehemann Michael Mronz hatte den Gottesdienst sehr persönlich gestaltet. Vicky Leandros sang für ihren Freund Westerwelle das Lied „Ich liebe das Leben“ mit verändertem Text: „Schön war die Zeit mit Dir. Wir wissen, du liebst das Leben. Und weinen wir heute sehr um Dich, du bleibst im Herzen sicherlich.“ Die Schauspielerin Veronica Ferres trug die Lesung vor. Im Altarraum stand ein brauner Holzsarg, ein großes Porträtfoto zeigte einen lächelnden Westerwelle.

„Für viele eine Identifikationsfigur – für manche das Gegenteil“

„Er war für viele eine Identifikationsfigur – und für manche genau das Gegenteil“, sagte Prälat Karl Jüsten, der Westerwelle von klein auf kannte, in seiner Predigt. Der Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Martin Dutzmann, erinnerte auch an den am Freitag gestorbenen Hans-Dietrich Genscher: „Wir denken an seine Familie und schließen sie in unsere Gebete ein.“ Westerwelles einstiges Vorbild Genscher war ihm in seinen Ämtern als FDP-Vorsitzender und Außenminister vorausgegangen.

Nach dem Gottesdienst fuhr die Trauergemeinde unter Ausschluss der Öffentlichkeit zur Beerdigung auf dem zentralen Kölner Melaten-Friedhof. Westerwelle war am 18. März mit 54 Jahren an Leukämie gestorben.