Umfrage

Mehrheit wünscht sich Karl-Theodor zu Guttenberg zurück

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Karl-Theodor zu Guttenberg im Dezember in Berlin während seiner Rede auf der Hub conference. Eine Mehrheit der Deutschen würde ihn auch gerne in der Berliner Politik wiedersehen, ergab eine Forsa-Umfrage.

Karl-Theodor zu Guttenberg im Dezember in Berlin während seiner Rede auf der Hub conference. Eine Mehrheit der Deutschen würde ihn auch gerne in der Berliner Politik wiedersehen, ergab eine Forsa-Umfrage.

Foto: imago stock&people / imago/IPON

Er arbeitet heute als Investor und berät Internetfirmen: Viele Deutsche hätten Karl-Theodor zu Guttenberg gerne wieder in der Politik.

München.  Fünf Jahre nach dem Rücktritt des früheren Wirtschafts- und Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg (44) wünscht ihn sich die Mehrheit der Deutschen zurück in der Politik. Eine „Forsa“-Umfrage für die Zeitschrift „Frau im Spiegel“ belegt den Wunsch nach einer aktiven Rolle des CSU-Politikers. 48 Prozent der Befragten erklärten, sie würden eine Rückkehr Guttenbergs begrüßen. 38 Prozent sind dagegen, 14 Prozent haben keine Meinung.

Guttenberg hatte sich offiziell nach dem Skandal um seine abgeschriebene Doktorarbeit und dem Rücktritt als Minister seit 2011 in die USA zurückgezogen, wo er mit Ehefrau Stephanie (39) und den Töchtern Anna (14) und Mathilde (13) in Greenwich residiert, eine Autostunde von New York entfernt. Zuletzt lässt er sich wieder häufiger in der alten Heimat sehen, pflegt Kontakte und signalisiert diskret Präsenz.

Politikberaterin Höhler: Wähler wollen Klartext

Politikberaterin Gertrud Höhler findet Erklärung für die weit verbreitete Bereitschaft, Guttenberg wieder in Ämtern zu sehen. „Die hohe Zustimmungsrate bei der Umfrage zeigt, dass er den Menschen in Deutschland gefallen hat und sie ihm die Affäre um seine abgeschriebene Doktorarbeit nicht dauerhaft übel genommen haben“, sagte Höhler gegenüber „Frau im Spiegel“. „Die Zeiten sind schlecht, da wünschen sich Wähler Politiker, die keine Duckmäuser sind, sondern Klartext sprechen.“

Die meisten Volksvertreter sorgten sich darum, was aus ihnen wird, wenn sie ihr Amt verlieren. „Diese Sorgen muss sich Guttenberg durch sein Vermögen nicht machen.“ In die zu der Zeit vor seinem Rücktritt gegründeten Facebookgruppe „Gegen die Jagd auf Karl-Theodor zu Guttenberg“ wird die Nachricht rege und überwiegend positiv kommentiert. Er selbst hat zwar ein Büro in Berlin und äußert sich immer wieder mal vor allem zur deutschen Außenpolitik. Er hat aber noch im April 2015 dem „Spiegel“ gesagt, er schließe ein Comeback aus. Damals hatten sich in einer Umfrage von TNS-Forschung 38 Prozent für eine Rückkehr ausgesprochen.

17 Prozent sehen ihn auch als möglichen Kanzler

“Forsa“ fragte auch nach, ob die Menschen ihm die Kanzlerschaft zutrauen. Da allerdings schwand der Rückhalt zusehends: Nur 36 Prozent derer, die ihn als Politiker zurückhaben wollen, wünschen ihn sich als Regierungschef. Bezogen auf alle Bundesbürger wären das 17 Prozent. Erstaunlich: Eigentlich galt Guttenberg immer als Politiker, der bei Frauen gut ankommt. Doch bei diesem Votum bekam er doppelt so viele Stimmen von Männern. (law)