Korruptionsskandal

Untersuchung: „Schlupflöcher“ ermöglichten Korruption bei UN

Als Vorsitzender der UN-Vollversammlung nahm John Ashe Bestechungsgelder in Millionenhöhe an. Nun werden umfassende Reformen gefordert.

John Ashe soll in seiner Zeit als Vorsitzender der UN-Vollversammlung 1,3 Millionen Dollar Bestechungsgelder angenommen haben. Einem Untersuchungsbericht zufolge sei dies nur durch „erhebliche Schlupflöcher“ möglich gewesen.

John Ashe soll in seiner Zeit als Vorsitzender der UN-Vollversammlung 1,3 Millionen Dollar Bestechungsgelder angenommen haben. Einem Untersuchungsbericht zufolge sei dies nur durch „erhebliche Schlupflöcher“ möglich gewesen.

Foto: © Brendan McDermid / Reuters / REUTERS

New York.  Der Korruptionsskandal um den früheren ranghohen UN-Diplomaten John Ashe wurde einem Untersuchungsbericht zufolge nur durch „erhebliche Schlupflöcher“ bei den Vereinten Nationen möglich. Der am Dienstag veröffentlichte Bericht spricht von „blinden Flecken in betrieblichen Abläufen“ für den Präsidenten der UN-Vollversammlung und dessen Büro und fordert umfassende Reformen.

Ashe soll in seiner Zeit als Vorsitzender der UN-Vollversammlung und Botschafter des Karibikstaates Antigua und Barbuda mehr als 1,3 Million Dollar Bestechungsgelder angenommen haben. Für das Geld eines chinesischen Milliardärs soll er sich unter anderem bereiterklärt haben, sich für die Eröffnung eines Konferenzzentrums in der chinesischen Sonderverwaltungszone Macau einzusetzen.

Der Fall habe das Image und den Ruf der Vollversammlung befleckt, heißt es im Bericht, der umfassende Reformen und mehr Transparenz bei Personal- und Finanzentscheidungen fordert. Der Präsident des UN-Plenums, der jedes Jahr neu gewählt wird, erfüllt vor allem zeremonielle Aufgaben. (dpa)