Brüssel –

Polizei entdeckt neue Islamisten-Zelle in Brüssel

Brüssel. Bei der blutigen Brüsseler Razzia im Nachgang der Terroranschläge von Paris haben Fahnder offensichtlich eine weitere islamistische Terrorzelle entdeckt. In der Wohnung des von der Polizei getöteten Manns wurden offiziellen Angaben zufolge neben einem Sturmgewehr, eine Flagge der Extremistenmiliz IS sowie ein Handbuch für Salafisten gefunden.

Bei dem Toten handelt es sich um den 35-jährigen Algerier Mohamed Belkaid, der sich illegal in Brüssel aufgehalten hat, teilte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit. Der Mann war in dem Feuergefecht mit Sicherheitskräften von einem Scharfschützen erschossen worden. Zwei weitere Verdächtige wurden laut Staatsanwaltschaft festgenommen. Einer liege mit einem gebrochenen Bein im Krankenhaus. Derzeit werde noch überprüft, ob sie etwas mit der Schießerei am Vortag zu tun hätten. Ministerpräsident Charles Michel setzte eine Krisensitzung des Nationalen Sicherheitsrats an, um über zusätzliche Maßnahmen zu beraten. Bei dem Einsatz im südlichen Stadtteil Forest waren vier Polizisten verletzt worden. Bei der Razzia, an der auch französische Beamten beteiligt waren, hatte es sich nach offiziellen Polizeiangaben um eine Routineaktion im Zusammenhang mit den Anschlägen von Paris gehandelt, bei denen im November 130 Menschen getötet worden waren.

Brüssel ist wegen der islamistischen Attentate wiederholt in den Fokus der Sicherheitskräfte geraten. Bei mehreren mutmaßlichen IS-Attentätern waren Verbindungen in die belgische Hauptstadt ermittelt worden. Einer der Hauptverdächtigen, der in Brüssel geborene Salah Abdeslam, ist nach wie vor auf der Flucht. Belkaid war den Behörden nach Angaben der Staatsanwaltschaft im Zusammenhang mit einem Diebstahl aus dem Jahr 2014 bekannt. Er sei von einem Scharfschützen erschossen worden, als er versucht habe, von einem Fenster aus auf Polizisten zu feuern. In dem Apartment sei auch eine Munitionskiste gefunden worden.