Prozess

Viereinhalb Jahre Haft für geständigen IS-Terroristen

Weil er Mitglied der Terrormiliz „Islamischer Staat“ war, ist der 25-jährige Nils D. zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

Nils D. hatte vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf gestanden, als Mitglied des sogenannten Sturmtrupps des IS Menschen verhaftet und Folter-Gefängnisse bewacht zu haben.

Nils D. hatte vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf gestanden, als Mitglied des sogenannten Sturmtrupps des IS Menschen verhaftet und Folter-Gefängnisse bewacht zu haben.

Foto: Federico Gambarini / dpa

Düsseldorf.  Der geständige islamistische Terrorist Nils D. aus Dinslaken ist vom Düsseldorfer Oberlandesgericht zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Der 25-Jährige sei Mitglied der Terrorgruppe Islamischer Staat gewesen, befand das Gericht unter Vorsitz von Richterin Barbara Havliza am Freitag. Er habe der Terrormiliz die Treue geschworen und ihr gedient: Deshalb hatte die Bundesanwaltschaft für den 25-Jährigen vier Jahre und neun Monate Haft beantragt. Die Verteidiger beantragten vier Jahre Haft und die Verbüßung der Reststrafe im offenen Vollzug.

Der 25-Jährige hatte gestanden, als Mitglied des sogenannten Sturmtrupps des IS Menschen verhaftet und Folter-Gefängnisse bewacht zu haben. Im Prozess distanzierte er sich vom IS. Er gehörte einer Gruppe von Salafisten an, die sich aus Dinslaken-Lohberg („Lohberger Brigade“) nach Syrien abgesetzt hatte.

Geständnis als „Goldgrube“ für die Ermittler

Gestanden habe er zwar erst, als die Ermittler eine erdrückende Beweislast gegen ihn zusammengetragen hätten, so die Ankläger. Andererseits sei sein umfassendes Geständnis eine „Goldgrube“ für die Ermittler: D. hat der Bundesanwaltschaft zufolge Straftaten und Strukturen aufgedeckt sowie mindestens zwölf Personen belastet. Gegen fünf von ihnen seien dadurch bereits Haftbefehle beantragt oder in Planung. Zudem sei er in der IS-Hierarchie eher am unteren Ende einzuordnen. Der 25-Jährige war vor gut einem Jahr nach seiner Rückkehr nach Deutschland festgenommen worden.

„Ich hoffe, Sie haben gemerkt, dass ich mich vom IS distanziere und mit diesen Leuten nichts mehr zu tun haben will“, sagte der Angeklagte in seinem Schlusswort. „Die schneiden Babys die Kehle durch und lassen die Eltern dabei zuschauen. Da läuft es mir eiskalt den Rücken runter. Ich komme aus einer christlichen Familie, die hätten mit meiner Tochter das Gleiche gemacht.“ (dpa)