Unkrautvernichter

Urinprobe: Grünen-Politiker positiv auf Glyphosat getestet

Grünen-Politiker haben sich auf Glyphosat-Spuren testen lassen – mit positivem Ergebnis. Das Pestizid gerät damit erneut in den Fokus.

Der Potsdamer Fraktionschef Benjamin Raschke ist einer von sechs Grünen-Politikern, die ihren Körper auf Glyphosat-Spuren testen ließen – und dabei fündig wurden.

Der Potsdamer Fraktionschef Benjamin Raschke ist einer von sechs Grünen-Politikern, die ihren Körper auf Glyphosat-Spuren testen ließen – und dabei fündig wurden.

Foto: imago stock&people / imago/Martin Müller

Potsdam.  Die sechs Grünen-Abgeordneten im Potsdamer Landtag haben mit einem Urintest den umstrittenen Unkrautvernichter Glyphosat in ihren Körpern nachgewiesen.

„Wir finden, das hat weder auf unseren Äckern etwas zu suchen, noch in unseren Körpern“, sagte dazu der agrarpolitische Sprecher der Fraktion, Benjamin Raschke, am Dienstag in Potsdam. Mit dem zufälligen Ergebnis würden bisherige Studien bestätigt, nach denen inzwischen fast jeder Glyphosat im Körper habe. Die Belastung fiel bei den sechs Abgeordneten unterschiedlich aus: von 3,32 Nanogramm pro Milliliter bei Michael Jungclaus bis zu 0,36 Nanogramm pro Milliliter bei Benjamin Raschke.

Glyphosat gilt als potenziell krebserregend

Das seit 1974 zugelassene Pestizid steht unter Krebsverdacht. Die Weltgesundheitsorganisation hatte Glyphosat im vergangenen Jahr als potenziell krebserregend eingestuft. Die EU-Staaten sollen am 7. oder 8. März über eine Verlängerung der Zulassung des Unkrautvernichters entscheiden.

Glyphosat war erst vor wenigen Tagen in die Schlagzeilen geraten. Bei einer Untersuchung des Umweltinstituts München, für die die 14 Biermarken mit dem höchsten Absatz in Deutschland getestet wurden, stießen die Prüfer in allen Fällen auf Glyphosat.

Die Potsdamer Grünen fordern jetzt unter anderem, Glyphosat nicht mehr auf landeseigenen Flächen und auch nicht mehr als Reifebeschleuniger einzusetzen. Zudem sollte die rot-rote Landesregierung Betrieben dabei helfen, auf den Unkrautvernichter zu verzichten. Auch Verbraucher sollten über die Risiken des Einsatzes aufgeklärt werden. (dpa)