Parlamentswahl

Großer Andrang bei Wahl im Iran – Lokale sind länger offen

Die Parlamentswahl im Iran an diesem Freitag ist eine wichtige Richtungsentscheidung für das Land. Der Andrang der Wähler ist riesig.

Die Iraner wählen: Vor den Wahlurnen bildeten sich am Freitag lange Schlangen, hier eine Szene aus einer Moschee in Teheran.

Die Iraner wählen: Vor den Wahlurnen bildeten sich am Freitag lange Schlangen, hier eine Szene aus einer Moschee in Teheran.

Foto: Abedin Taherkenareh / dpa

Teheran.  Im Iran bleiben die Wahllokale am Freitag wegen des großen Andrangs nach einem Bericht des staatlichen Fernsehens zwei Stunden länger geöffnet. Die Abstimmung ende um 17.30 Uhr MEZ, berichtete der Sender am Freitag unter Berufung auf das Innenministerium zunächst. Dann wurde die Frist um eine weitere Stunde auf 18.30 Uhr verlängert.

Eigentlich sollten die Stimmen zur Wahl des Parlamentes und des Expertenrates zwischen 5.30 und 15.30 Uhr abgegeben werden. Während des Tages hatten sich zum Beispiel in der Hauptstadt Teheran lange Schlangen vor Wahllokalen gebildet.

Die Abstimmung gilt als erster Stimmungstest nach dem Mitte Juli zwischen Teheran und dem Westen geschlossenen Atomabkommen und der Aufhebung von Wirtschaftssanktionen im Januar. Die Wähler stimmen somit indirekt auch darüber ab, ob Staatspräsident Hassan Ruhani seine Wirtschaftsreformen und die Annäherung an den Westen fortsetzen kann. Viele iranische Hardliner lehnen Ruhanis Kurs ab.

Reformer geben sich optimistisch

Ruhani zeigte sich nach der Stimmabgabe zufrieden mit dem Ablauf. Der Spitzenkandidat der Reformer, Mohammed-Resa Aref, sagte in Teheran: „Wir könnten heute die 70-Prozent-Marke knacken.“ Er zeigte sich zuversichtlich, dass die Reformer nach dem Sieg Ruhanis bei der Präsidentenwahl 2013 nun im Parlament die zwölfjährige Dominanz der Koalition aus Konservativen und Hardlinern beenden könnten.

Der Spitzenkandidat der Konservativen, Gholam-Ali Hadad-Adel, bezeichnete die Wahl als „ein Fest der religiösen Demokratie“, die die Einheit des Landes widerspiegele. Er sei zuversichtlich, dass das Wahlergebnis zugunsten der revolutionären Kräfte ausgehen werde. (rtr/dpa)

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