Terrorismusbekämpfung

Zahl der verdeckten Fahndungen in Europa steigt rasant

Fast 70.000 Personen waren Ende 2015 in Europa zur verdeckten Ermittlung ausgeschrieben. Das sind rund 60 Prozent mehr als im Vorjahr.

Bei einer verdeckten Fahndung erfährt die gesuchte Person nicht, dass sie gesucht wird. Bürgerrechtler kritisieren die Praxis.

Bei einer verdeckten Fahndung erfährt die gesuchte Person nicht, dass sie gesucht wird. Bürgerrechtler kritisieren die Praxis.

Foto: imago stock&people / imago/Michael Schick

Berlin.  Die Zahl verdeckter Ermittlungen in Europa ist im Zuge der Terrorismusbekämpfung sprunghaft gestiegen. In der Polizei-Datenbank SIS II (Schengener Informationssystem) waren Anfang des Jahres 69.520 Personen registriert, Ende November 2014 waren es erst 43.457. Das berichtete am Freitag die „Thüringer Allgemeine“ unter Berufung auf eine Antwort des Bundesjustizministeriums auf eine parlamentarische Anfrage der Linkspartei. Nach Angaben des Ministeriums gehe es dabei vorrangig um die Beobachtung islamistischer Kämpfer, die etwa aus dem syrischen Bürgerkrieg nach Europa zurückkehren.

Die SIS-II-Datenbank ermöglicht es Polizeibehörden und Geheimdiensten, Personen im Schengen-Raum verdeckt zu verfolgen. Die Behörde, die eine Person zur verdeckten Fahndung ausgeschrieben hat, wird unterrichtet, sobald die gesuchte Person in einer Kontrolle erfasst wird. Die Person selbst erfährt nichts davon. Auf diese Weise sollen Reisebewegungen Verdächtiger nachvollzogen werden. (dpa)

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