Leipzig –

Totes Schwein in Leipzig löst Ermittlungen aus

Leipzig.  Auf dem Baugrundstück einer künftigen Moschee in Leipzig-Gohlis wurde ein totes Ferkel gefunden. Auf dem Kadaver stand mit roter Farbe „Mutti Merkel“ geschrieben. Der Staatsschutz ermittelt nun wegen Beleidigung der Bundeskanzlerin. Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) verurteilte die Tat.

„Eine ganze Religionsgemeinschaft zu beleidigen, zu verunglimpfen und zu schmähen, ist kleingeistig und verabscheuungswürdig“, erklärte Jung über den Twitter-Account der Stadt Leipzig. Die allermeisten Muslime seien friedliche Gläubige, die in ihrer Religion Halt und Orientierung fänden. „Jede Konfession kann ihren Glauben in Deutschland frei leben, das ist eine große Errungenschaft unserer Verfassung“, betonte Jung.

Es ist bereits der zweite Vorfall dieser Art auf dem noch unwegsamen Areal im Norden der Stadt. Auf dem Gelände der Leipziger Ahmadiyya Muslim Jamaat Gemeinde hatten bereits 2013 Unbekannte fünf Holzpflöcke eingeschlagen und darauf blutige Schweineköpfe gesteckt. Das Schwein gilt im Islam als unreines Tier. Nach Bekanntwerden der Baupläne für die Moschee hatte es heftige, von der NPD initiierte Proteste gegen das Bauvorhaben gegeben. Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel bezeichnete die Tat damals bei einem Besuch des Geländes als „Angriff auf die ganze Gesellschaft“.

Die Ahmadiyya Muslim Jamaat Gemeinde plant auf dem Areal den Bau einer Moschee mit Kuppel und einem Zierminarett. Das Bauwerk soll zwei Gebetsräume auf zwei Etagen erhalten und ist auf etwa 100 Gläubige ausgerichtet.

( epd )

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