Konflikt

Hollande warnt vor Kriegsrisiko zwischen Russland und Türkei

Frankreichs Präsident François Hollande beim EU-Gipfel in Brüssel.

Frankreichs Präsident François Hollande beim EU-Gipfel in Brüssel.

Foto: Laurent Dubrule / dpa

Die Beziehungen zwischen der Türkei und Russland haben sich massiv verschlechtert. Frankreich warnt deshalb vor einem Kriegsrisiko.

Paris/Brüssel.  Frankreichs Präsident François Hollande hat vor dem Risiko eines Krieges zwischen Russland und der Türkei gewarnt. „Die Türkei ist in Syrien involviert“, sagte Hollande am Freitagabend in einem Interview des Radiosenders France Inter. „Da gibt es ein Kriegsrisiko“, sagte der Staatschef. „Man muss alles tun, um diese Eskalation zu verhindern.“ Hollande fügte in dem Gespräch am Rande des EU-Gipfels in Brüssel hinzu, dass ein solcher Konflikt kein direkter Krieg wäre, „aber es könnte ein indirekter Krieg sein“.

Die türkische Armee hatte zuvor bei ihren bisher heftigsten Angriffen auf den Norden des Landes Gebiete unter Kontrolle der Kurden-Miliz YPG beschossen, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete. Die Türkei macht die YPG für den Anschlag von Ankara am Mittwoch verantwortlich, bei dem 28 Menschen getötet wurden. Zu dem Anschlag bekannt hat sich allerdings die aus der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK hervorgegangene militante Splittergruppe Freiheitsfalken Kurdistans (TAK). Moskau unterstützt das syrische Regime. Im Falle einer Bodenoperation der Türkei in Syrien würde ein offener Konflikt mit Russland drohen.

Die Beziehungen zwischen beiden Ländern hatten sich massiv verschlechtert, nachdem die Türkei im November einen russischen Kampfbomber im syrisch-türkischen Grenzgebiet abgeschossen hatte. Ankara warf Moskau Grenzverletzung vor. Der Kreml wies das vehement zurück und verhängte Sanktionen im Handel und Tourismus gegen das Nato-Land. (dpa)

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