Terroranschlag

Kurdische Extremisten drohen Türkei-Urlaubern mit Anschlägen

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Bei dem Anschlag auf den Militärkonvoi gab es zahlreiche Tote. Eine kurdische Gruppierung übernahm nun dafür die Verantwortung.

Bei dem Anschlag auf den Militärkonvoi gab es zahlreiche Tote. Eine kurdische Gruppierung übernahm nun dafür die Verantwortung.

Foto: Str / dpa

Dem Sprengstoff-Anschlag in der Türkei fielen 28 Menschen zum Opfer. Nun hat sich eine kurdische Gruppierung zur der Bluttat bekannt.

Istanbul.  Eine kurdische Extremistengruppe hat sich zu dem tödlichen Anschlag in der türkischen Hauptstadt Ankara bekannt. Die Kurdischen Freiheitsfalken (TAK) teilten am Freitag auf ihrer Webseite mit, der Angriff sei eine Reaktion auf die Politik von Präsident Recep Tayyip Erdogan. Die Gruppe drohte zudem mit weiteren Attentaten.

Die TAK hatte früher Verbindungen zur Kurdischen Arbeiterpartei PKK. Diese gilt in der Türkei, der EU und den USA als terroristische Organisation und kämpft für eine Autonomie der Region.

TAK kündigt weitere Anschläge an

„Wir haben im Herzen des faschistischen türkischen Staates in Ankara zugeschlagen“, teilte die Gruppe am Freitag auf ihrer Homepage mit. Bei dem Selbstmordattentäter habe es sich um einen TAK-Kämpfer aus der osttürkischen Stadt Van gehandelt.

Die TAK kündigte weitere Anschläge auch in Touristengebieten an und warnte Urlauber davor, in die Türkei zu reisen: „Wir warnen alle Touristen, die möglicherweise planen, die Türkei zu besuchen.“ Der Tourismus gehöre zu den wichtigsten Finanzierungsquellen für den „dreckigen Krieg“ gegen die Kurden. „Deshalb ist er ein bedeutsames Ziel, das wir zerstören wollen.“

Regierung hatte andere Gruppe beschuldigt

Mit ihren Angaben widerspricht die TAK der türkischen Regierung, die die syrischen Kurdenmilizen der YPG für den Anschlag verantwortlich machte. Ministerpräsident Ahmet Davutoglu hatte gesagt, bei dem Attentäter habe es sich um einen YPG-Kämpfer aus Nordsyrien gehandelt, der 1992 geboren worden sei. Die YPG hat jede Beteiligung an dem Anschlag zurückgewiesen und die Anschuldigungen einen Vorwand der Türkei für einen Einmarsch in Nordsyrien genannt.

Ein Selbstmordattentäter hatte den Sprengsatz in seinem Auto am Mittwochabend im Regierungsviertel von Ankara neben mehreren Armeebussen gezündet, die an einer Ampel warteten. 28 Menschen kamen ums Leben. (dpa/rtr)

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