Luftangriffe

Bericht: USA bombardieren IS-Terrormiliz auch in Libyen

| Lesedauer: 2 Minuten
Libysche Kämpfer bereiten sich auf einen Kampf mit Anhängern des „Islamischen Staats“ vor: Große Gebiete des Landes hat die Terrormiliz unter ihrer Kontrolle.

Libysche Kämpfer bereiten sich auf einen Kampf mit Anhängern des „Islamischen Staats“ vor: Große Gebiete des Landes hat die Terrormiliz unter ihrer Kontrolle.

Foto: Str / dpa

Bei einem Angriff von US-Kampfjets in Libyen sind mindestens 30 Menschen getötet worden. Ziel war ein Stützpunkt der Terrormiliz IS.

Tripolis.  Die USA haben in der Nacht zum Freitag ein mutmaßliches Terrorcamp in Libyen aus der Luft angegriffen. Das bestätigte das Pentagon am Freitag. Ziel sei der Tunesier Noureddine Chouchane gewesen, der mit Terroranschlägen in der tunesischen Hauptstadt Tunis sowie am Strand von Sousse in Verbindung gebracht wird. Über den Erfolg des Angriffs machte das Pentagon zunächst keine Angaben. „Wir machen uns ein Bild über den Erfolg der Operation“, sagte ein Sprecher. „Dieser Luftschlag zeigt, dass wir den IS bekämpfen, wo immer das nötig ist und dabei alle uns zur Verfügung stehenden Mittel nutzen“, sagte er weiter.

Laut Bürgermeister Waffen in Gebäuden

Bürgermeister Hussein al-Thwadi sagte der Nachrichtenagentur Reuters, die Flugzeuge seien gegen 3.30 Uhr Ortszeit gekommen und hätten ein Gebäude im Stadtbezirk Kasr Talil bombardiert, in dem ausländische Arbeiter gewohnt hätten. 41 Menschen seien dabei getötet und sechs verletzt worden. Die Opferzahlen konnten von anderer Seite nicht bestätigt werden.

Der Bürgermeister sagte, Regierungsvertreter hätten den Ort des Geschehens besichtigt. In dem Gebäude seien Waffen gefunden worden. Details nannte er nicht. Unter den Toten seien einige Tunesier, ein Jordanier und zwei Frauen.

Die US-geführte internationale Koalition gegen den IS hatte angekündigt, sie wolle ihren Kampf gegen die Terrormiliz intensivieren und deren Machtausweitung im Krisenland Libyen um jeden Preis verhindern.

IS kontrolliert große Gebiete Libyens

Libyen versinkt seit dem Sturz von Langzeitdiktator Muammar al-Gaddafi vor bald fünf Jahren in einem Bürgerkriegschaos. Mehrere Milizen bekämpfen sich. Zudem gibt es zwei Regierungen und zwei Parlamente. Ein international anerkanntes Abgeordnetenhaus im ostlibyschen Tobruk konkurriert mit einer Kammer in der Hauptstadt Tripolis, die von Islamisten dominiert wird. Seit Wochen ringen die Konfliktparteien um die Bildung einer Einheitsregierung.

Das Chaos in Libyen machen sich Extremisten wie der IS zunutze. Das ölreiche Land gilt mittlerweile als Rückzugsort für IS-Kämpfer aus Syrien und dem Irak, die den dortigen Luftangriffen auf ihre Stellungen durch die US-geführte internationale Koalition und Russland entgehen wollen. (dpa/rtr)

Neueste Politik Videos

Neueste Politik Videos