Flüchtlinge

BKA: Kriminalität durch Zuwanderer „moderat gestiegen“

Die Zahl der fremdenfeindlichen Angriffe auf Asylbewerber hat sich 2015 dagegen vervierfacht. Auch Sprengstoffangriffe stark zugenommen

Feuerwehrleute arbeiten am 27.01.2017 in München (Bayern) an einer ausgebrannten Flüchtlingsunterkunft. Aus ungeklärter Ursache geriet am Abend die Unterkunft in Containerbauweise in Brand. Die 75 Bewohner konnten sich selbst in Sicherheit bringen. Ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes erlitt eine Rauchgasvergiftung. Foto: Tobias Hase/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Feuerwehrleute arbeiten am 27.01.2017 in München (Bayern) an einer ausgebrannten Flüchtlingsunterkunft. Aus ungeklärter Ursache geriet am Abend die Unterkunft in Containerbauweise in Brand. Die 75 Bewohner konnten sich selbst in Sicherheit bringen. Ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes erlitt eine Rauchgasvergiftung. Foto: Tobias Hase/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Foto: Tobias Hase / dpa

Berlin.  Die Kriminalämter registrieren mehr Straftaten durch Zuwanderer. Laut Bundeskriminalamt (BKA) wurden im vergangenen Jahr gut 208.000 Delikte aufgeklärt, an denen Migranten beteiligt waren. Das sind 92.000 mehr als 2014. Die Zahl der Straftaten ist demnach um 79 Prozent angestiegen. Das geht aus einem internen Bericht des BKA hervor, dessen Ergebnisse dieser Zeitung vorliegen. „Bild“ hatte zuerst berichtet.

Doch klar wird auch: Im Verhältnis zur stark gestiegenen Zahl der Flüchtlinge, ist die Kriminalität deutlich geringer. So kamen mehr als eine Million Flüchtlinge 2015 nach Deutschland – 440 Prozent mehr als noch 2014. Laut BKA sei daher ein „moderater Anstieg“ der durch Zuwanderer begangenen Straftaten zu erkennen. Die Polizei stellt klar: „Die weit überwiegende Mehrheit der Asylsuchenden begeht keine Straftaten.“ In der zweiten Jahreshälfte, in der besonders viele Flüchtlinge nach Deutschland kamen, ging die Zahl der Straftaten sogar zurück. Und: Viele Flüchtlinge gehören selbst zu den Opfern.

Rassistische Angriffe auf Geflohene stark gestiegen

Obwohl 2015 vor allem viele Syrer, Iraker und Afghanen nach Deutschland kamen, war ihr Anteil in der Kriminalitätsstatistik deutlich unterrepräsentiert. Stärker fielen der Polizei dagegen Tatverdächtige aus Ländern wie Mazedonien, Serbien oder Albanien auf – Staaten, in denen kein Krieg herrscht, jedoch starke soziale Spaltung und Armut.

Die große Mehrheit der tatverdächtigen Zuwanderer begingen Diebstähle oder fälschten Papiere (fast zwei Drittel aller Straftaten). Der Anteil der Sexualstraftaten wie etwa Belästigung oder Missbrauch lag bei unter einem Prozent – etwa im Bundesschnitt. Die Ermittlungen zur Silvesternacht laufen noch. Hoch war der Anteil an Delikten wie Schwarzfahren. Auch die Anzahl der „Rohheitsdelikte“ lag bei 18 Prozent, wie etwa Körperverletzung. Sie fanden besonders in den Asylunterkünften statt. Dabei spielt die Enge in den Wohncontainern oder Zelten eine Rolle, aber auch Streitigkeiten zwischen verschiedenen ethnischen Gruppen.

Einen starken Zuwachs registriert die Polizei dagegen bei der Straftaten gegen Asylbewerberunterkünfte um mehr als 400 Prozent. Von 1027 Delikten gegen Flüchtlinge waren laut BKA-Bericht 177 Gewalttaten (knapp ein Fünftel) – darunter 13 Sprengstoffanschläge auf Unterkünfte. Besonders stark steigt auch die Zahl der Brandanschläge. 76 -mal wurde 2015 in Flüchtlingsunterkünften Feuer gelegt. Und die Gewaltwelle setze sich 2016 fort. Laut BKA gab es seit Jahresbeginn 57 Straftaten gegen Asylunterkünfte, 14 Gewaltdelikte.