Luftschläge

Obama ruft Putin wegen Angriffe auf Syrien-Opposition an

Auch nach einem Anruf von US-Präsident Obama: Putin wird wohl weiter Angriffe in Syrien fliegen lassen, die dem Westen nicht gefallen.

Eine Frau läuft durch eine Straße in einer von der Opposition kontrollierten Stadt. Syrische Aktivisten erklärten, die Szenen seien Folge eines russischen Luftschlags.

Eine Frau läuft durch eine Straße in einer von der Opposition kontrollierten Stadt. Syrische Aktivisten erklärten, die Szenen seien Folge eines russischen Luftschlags.

Foto: KHALIL ASHAWI / REUTERS

Washington.  US-Präsident Barack Obama hat den russischen Staatschef Wladimir Putin zum Stopp von Luftangriffen auf die syrische Opposition aufgefordert. In einem Telefonat habe Obama betont, Russland müsse im Ringen um einen Frieden in dem Bürgerkriegsland eine konstruktive Rolle spielen. Deshalb solle das Land seine Bombardements von Stellungen gemäßigter Rebellen beenden.

Russland signalisierte nach dem Telefonat, es werde weiterhin die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) und andere Terrorgruppen ins Visier nehmen. Das dürfte ein Hinweis darauf sein, dass Russland seine Angriffe im Westen Syriens fortsetzen will, wo Extremisten aus dem Umfeld der Al-Kaida neben den Oppositionsgruppen kämpfen, die vom Westen als moderat betrachtet werden.

Russland spricht von „verstärkter Zusammenarbeit“

Der Westen wirft der mit dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad verbündeten russischen Regierung vor, unter dem Deckmantel des Kampfes gegen den IS vor allem die moderate Opposition in Syrien ausschalten zu wollen. Russland hält dem entgegen, es nehme vor allem den IS und die mit Al-Kaida verbündete Nusra-Front ins Visier.

Trotz des Dissens über die Luftangriffe vereinbarten Obama und Putin bei dem Telefonat nach russischen Angaben auch eine verstärkte Zusammenarbeit. Damit solle sichergestellt werden, dass die am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz getroffene Abmachung für eine Waffenruhe auch umgesetzt werde. Doch die verhärteten Fronten in der Diplomatie sowie neue Kämpfe in Syrien trübten am Wochenende die Hoffnungen auf eine baldige Feuerpause.

Russlands Ministerpräsident Dmitri Medwedew warnte davor, dass ein Einsatz ausländischer Bodentruppen in Syrien zu einem umfassenden und langen Krieg führen würde. In einem Interview des TV-Senders Euronews reagierte Medwedew damit auf Äußerungen von US-Außenminister John Kerry. Dieser hatte gesagt, wenn es nicht gelinge eine Waffenruhe in Syrien zu erreichen, könnten weitere ausländische Truppen in den Konflikt eingreifen.

Dies hätte Kerry nicht sagen sollen, bemerkte Medwedew laut der von seinem Büro am Sonntag verbreiteten Mitschrift des Interviews. Wenn er einen langen Krieg haben wolle, dann könne er mit Bodeneinsätzen beginnen. Man solle aber nicht versuchen, andere einzuschüchtern.

US-Präsident Barack Obama hat die Entsendung von Bodentruppen nach Syrien ausgeschlossen. Allerdings hat Saudi-Arabien kürzlich solche Einheiten angeboten, um die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) zu bekämpfen. (dpa/rtr)

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