Sicherheitskonferenz

US-Senatoren boykottieren Abendessen mit Seehofer in München

Die umstrittene Russland-Reise hat ungeahnte Folgen für Horst Seehofer. Eine US-Delegation sagte nun ein Dinner mit dem CSU-Chef ab.

Die US-Politiker wollten mit ihrem Boykott gegen die Seehofer-Reise zu Putin nach Moskau Anfang Februar protestieren.

Die US-Politiker wollten mit ihrem Boykott gegen die Seehofer-Reise zu Putin nach Moskau Anfang Februar protestieren.

Foto: Sven Hoppe / dpa

München.  Eine wegen der Sicherheitskonferenz nach München eingeflogene US-Delegation hat ein Dinner mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer boykottiert. Wie der „Spiegel“ berichtet, protestieren die US-Senatoren damit gegen die von Seehofer Anfang Februar durchgeführte Reise zu Russlands Präsidenten Putin nach Moskau.

Der auch in Deutschland vielmals kritisierte Besuch Seehofers habe ein falsches Zeichen gesendet, so die Begründung der US-Delegation. Nur ein US-Senator nahm demnach an dem Essen teil, das jährlich während der Sicherheitskonferenz stattfindet. Der 2008 zur Präsidentschaftswahl angetretene John McCain blieb der Veranstaltung laut „Spiegel“ dagegen absichtlich fern.

Aufgeheizte Stimmung in München

Dass die US-Politiker nicht am Abendessen teilnahmen, zeigt einmal mehr, wie groß die Spannungen zwischen Russland und dem Westen sind. Die Rede des russischen Ministerpräsidenten Dmitri Medwedew vom Samstag auf der Sicherheitskonferenz befeuerte die sowieso schon aufgeheizte Stimmung noch zusätzlich. Er bescheinigte den Beziehungen zwischen Russland und der EU ein verdorbenes Verhältnis.

„Wir sind in die Zeiten eines neuen Kalten Krieges abgerutscht“, sagte der russische Regierungschef. Mit der offenbar von ihm bewusst in Vergangenheitsform getätigten Aussage wollte Medwedew verdeutlichen, wie wichtig es ist, angesichts der Konflikte in der Ukraine und in Syrien jetzt wieder einen Vertrauensprozess in Gang zu setzen. „Aber wir müssen diesen Prozess anfangen. Und da darf es keine Vorbedingungen geben“, sagte der Regierungschef. Nur gemeinsam könne man die derzeitigen Konflikte lösen.

Putin telefoniert mit Obama

Auf der Sicherheitskonferenz beschuldigen sich die Länder ungeachtet davon weiterhin gegenseitig. Der für seine Russland-Kritik bekannte McCain warf bei seiner Rede am Sonntag Russlands Präsident Putin vor, Syrien zu einer militärischen Außenstelle machen zu wollen. „Putin will kein Partner sein“, sagte der dem Abendessen mit Seehofer ferngebliebene McCain.
Unterdessen telefonierten US-Präsident Obama und Kremlchef Putin miteinander. Sie hätten ausdrücklich die Einigung auf eine Feuerpause gelobt und weitere Verhandlungen vereinbart, hieß es aus Moskau.

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