Selbstmordattentat

Mädchen zündeten Sprengsätze – Mindestens 65 Tote in Nigeria

Der Terror in Nigeria geht weiter. Mindestens 65 Menschen starben, als sich zwei Selbstmord-Attentäterinnen in die Luft sprengten.

Der Terror ist in Nigeria gleichsam Alltag. Diese Männer konnte die Polizei aus der Hand von Boko Haram retten. Doch die Anschläge nehmen zu.

Der Terror ist in Nigeria gleichsam Alltag. Diese Männer konnte die Polizei aus der Hand von Boko Haram retten. Doch die Anschläge nehmen zu.

Foto: Str / dpa

Maiduguri.  Im Norden Nigerias sind bei zwei Selbstmordanschlägen auf ein Flüchtlingslager mindestens 65 Menschen getötet und weitere 78 verletzt worden. Ein Vertreter des Militärs teilte mit, die Bombenattentate in der Nähe von Maiduguri, der Hauptstadt des Bundesstaates Borno, seien bereits am Dienstag verübt worden.

Weil die Telefonverbindung unterbrochen gewesen sei, habe man erst einen Tag später von dem Vorfall erfahren. In dem rund 85 Kilometer von Maiduguri entfernten Lager haben den Angaben zufolge zahlreiche Menschen Zuflucht vor der Gewalt der radikal-islamischen Boko Haram gefunden. Ob diese Gruppe hinter den beiden Bombenanschlägen steckt, war zunächst nicht klar.

Dritte Attentäterin zündete Sprengsatz nicht

Die Tat sollen zwei junge Mädchen verübt haben, während Hunderte von Menschen auf die Ausgabe von Lebensmittel warteten, sagte eine Mitarbeiter einer Hilfsorganisation. Eine dritte Attentäterin soll Medienberichten zufolge ihren Sprengsatz nicht gezündet haben, weil sie sah, dass Verwandte von ihr in dem Flüchtlingslager waren.

Die verschleierten Mädchen hätten sich als Flüchtlinge ausgegeben, um Zugang zu dem Lager zu erhalten, sagte ein Mitarbeiter der Behörde für Krisenmanagement der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag.

In Borno tobt seit sieben Jahren ein Aufstand der Boko Haram. Die Extremisten-Organisation kämpft für einen streng islamischen Staat nach den Grundsätzen der Scharia. Immer wieder greift sie Ortschaften an und verübt Anschläge, häufig zwingt sie Gefangene zu Selbstmordattentaten. Boko Haram hat Tausende Menschen getötet und Hunderte verschleppt, vor allem Frauen und Mädchen. Millionen Menschen sind vor der Gewalt auf der Flucht. Nigeria ist der größte Erdölexporteur Afrikas und mit 170 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land des Kontinents. (rtr/dpa)