Berlin –

Riskanter Einsatz der Bundeswehr in Mali ausgeweitet

Mehr als 70 UN-Kräfte sind dort schon getötet worden

Berlin. Die Bundeswehr weitet ihre Einsätze im westafrikanischen Mali und im Irak deutlich aus. Der Bundestag stimmte der Entsendung von bis zu 550 zusätzlichen Soldaten in die beiden Krisenländer am Donnerstag mit großer Mehrheit zu. Im gefährlichen Norden Malis sollen künftig bis zu 650 deutsche Blauhelmsoldaten zur Durchsetzung eines Friedensabkommens zwischen Regierung und Rebellengruppen beitragen. Bisher liegt die Obergrenze für die UN-Mission bei 150 Soldaten.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) nannte den Mali-Einsatz eine der gefährlichsten UN-Missionen. „Nordmali ist sehr unruhig, entsprechend gefährlich ist der Einsatz für unsere Soldaten“, sagte sie im Gespräch mit den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. 73 Blauhelmsoldaten und UN-Mitarbeiter wurden bis Ende 2015 getötet.

An der UN-Mission sind bisher nur zwölf deutsche Soldaten im Hauptquartier in der Hauptstadt Bamako beteiligt. Nun sollen zunächst rund 400 Soldaten nach Gao im Norden geschickt werden, wo die Rebellen weiterhin Anschläge verüben. Der Norden Malis war vor drei Jahren vorübergehend in die Hände islamistischer Kämpfer gefallen, die nur durch eine Intervention der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich zurückgedrängt werden konnten. Die Gewalt nimmt trotz des Friedensabkommens aber kein Ende.

Die deutschen Soldaten sollen zur Durchsetzung eines Friedensabkommens zwischen Regierung und Rebellengruppen beitragen. Ihre Hauptaufgaben werden Aufklärung mit Drohnen und Spähfahrzeugen sowie der Objektschutz sein. Die Soldaten sollen die teils islamistischen Aufständischen aber nicht aktiv bekämpfen.

Im Bundestag stimmten 87 Prozent der Abgeordneten für die Ausweitung des Einsatzes. Neben den Koalitionsfraktionen sind auch die Grünen dafür. Die Linke lehnt die Mission als einzige Bundestagsfraktion ab.

Für den Irak-Einsatz stimmten 77 Prozent der Parlamentarier. Dort wird die seit 2014 eingesetzte Truppe zur Ausbildung kurdischer Peschmerga-Kämpfer für den Kampf gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ von bisher maximal 100 auf 150 vergrößert. Die Rüstungsexporte in das Krisengebiet sind umstritten, weil die Waffen in die falschen Hände geraten können. Zuletzt tauchten auf Waffenmärkten in der Region einzelne Gewehre und Pistolen auf, die wahrscheinlich aus Beständen der Bundeswehr stammen.