Politik

„Ausfall von Unterricht muss sanktioniert werden“

Zum Leitartikel: „Gutes Geld für gute Arbeit“ vom 27. Januar

Der Artikel geht genau in die richtige Richtung. Ein Problem bleibt jedoch: Das Schulgesetz sanktioniert zwar

einseitig die Abwesenheit der Schüler, nicht aber den Ausfall von Unterricht.

Hier muss z. B. eine finanzielle Entschädigung für Unterrichtsausfall verankert werden, damit Streiks direkt den Arbeitgeber treffen und nicht die Schüler.

Ronald Mertins, Lichtenrade

Die Ausführungen zeigen deutlich, dass in der Öffentlichkeit teilweise eine sagenhafte Unkenntnis besteht. Auch angestellte Lehrer können kaum gekündigt werden, wie zahlreiche Arbeitsgerichtsprozesse beweisen. Inwiefern beim Land Berlin angestellte Lehrer selbst entscheiden können sollen, für welchen Arbeitgeber sie arbeiten und welche Bezahlung angemessen ist, ist genauso abwegig wie der Gedanke, dass jede Schule entscheiden soll, wie sie den einzelnen Lehrer bezahlt.

Dieter Meier, Tegel

Umbenennung schadet eherder Gleichbehandlung

Zum Artikel: „Studentenwerk soll
umbenannt werden – für 800.000 Euro“ vom 25. Januar

Merken die Verfechter solcher Aktionen, wie der Umbenennung des Studentenwerks in Studierendenwerk, nicht, dass sie dem wichtigen Anliegen Gleichberechtigung, Gleichbehandlung und Nichtdiskriminierung eher schaden als nützen? Wird nun etwa auch für Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer ein „geschlechtsneutraler“ Oberbegriff gesucht – vielleicht Lernende und Lehrende? Damit Schülerausweise in Lernendenausweise und Lehrerzimmer in Lehrendenzimmer umbenannt werden – koste es, was es wolle?

Wolf-Rüdiger Heilmann, Schöneberg

Die Krise ist als eineHerausforderung zu verstehen

Zum Artikel: „Immer mehr Frauen und Kinder fliehen“ vom 27. Januar

Die immer angstbesetzten rechtsnationalen und erzkonservativen Bürger Europas machen mit ihrem Gejammer, trotz aller berechtigten Sorgen und Probleme in Verbindung mit der Flüchtlingskrise, die offene, liberale, zusammenwachsende, grenzenlose und friedliche EU kaputt. Wahnsinn, über was man sich in dieser EU berechtigt hätte aufregen können, um die EU demokratischer zu machen, und der Bürger war immer stumm. Jetzt zerstören die Bürger und die Rechtsnationalen mit diffuser Angst und völlig überzogener Panik dieses einzigartige Projekt, das Europa seit Jahrzehnten Frieden geschenkt hat und unserer Jugend offene Grenzen und freie Wohn- und Arbeitswahl. Was sind wir nur für Feiglinge, dass wir lieber zurück zum kleinkarierten Nationalismus mit Jahrhunderten von Kriegen und vielen Konflikten wollen, als diese Krise als Herausforderung zu sehen, die man gemeinsam und zusammen lösen könnte, wenn man es nur will.

Markus Meister, per E-Mail

Kürzungen der Vergangenheit rächen sich jetzt

Zum Artikel: „Die Truppe ist es leid. Es fehlt zu viel“ vom 27. Januar

Jahr für Jahr benennt der Wehrbeauftragte des Bundestages gravierende Mängel, und was passiert? Anscheinend kaum etwas. Für die Bundeswehr muss der Auftrag definiert werden. Daraus können Struktur, Personal, Material und Kosten abgeleitet werden. Und dieser Ansatz muss stringent verfolgt werden. Doch was passierte in der Vergangenheit? Nach der Wiedervereinigung kam es zu einer Friedenseuphorie. Wozu brauchen wir noch Streitkräfte? In der Folge wurde gekürzt. Und das rächt sich nun. Da hilft es wenig, wenn Frau von der Leyen heute 130 Milliarden Euro bis 2030 fordert. Der Mehrbetrag muss aus Auftrag und Struktur abgeleitet werden. Doch davon ist nicht die Rede. Was bleibt? Eine auch in den kommenden Jahren materiell und personell unzureichend ausgestattete Bundeswehr.

Joachim Weiß, Kladow

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