Genf/Damaskus –

UN fordern Ende der Angriffe auf Zivilisten in Syrien

| Lesedauer: 2 Minuten

Helfer: Schlimmste humanitäre Krise unserer Tage

Genf/Damaskus.  Kurz vor Beginn der Syrien-Gespräche haben die Vereinten Nationen von den Konfliktparteien einen sofortigen Stopp der Angriffe auf die Zivilbevölkerung verlangt. Die Konfliktparteien, die am Freitag ihre Gespräche für eine politische Lösung aufnehmen, sollten den „Horror“ für die Menschen in Syrien unverzüglich stoppen, forderten Vertreter von UN-Hilfsorganisationen am Dienstag in Genf. Attacken auf Schulen, Hospitäler, Mediziner und das Belagern und Aushungern ganzer Städte müssten sofort aufhören. Die Parteien müssten den humanitären Helfern Zugang zu allen 4,5 Millionen Menschen geben, die in kaum oder schwer erreichbaren Gebieten leben.

Der seit fast fünf Jahren andauernde Konflikt habe die größte und schlimmste humanitäre Krise unserer Tage ausgelöst, erklärte der Operationschef des UN-Büros zur Koordinierung humanitärer Hilfe, John Ging. Die anstehende Syrien-Konferenz in Genf sende ein Zeichen der Hoffnung. Hanna Singer, Repräsentantin des UN-Kinderhilfswerks Unicef in Damaskus, erklärte, Syrien sei das gefährlichste Land für Mädchen und Jungen. Kinder würden beim Spielen verletzt und getötet, viele Heranwachsende seien von den Konfliktparteien in den Kriegsdienst gepresst worden.

Der Repräsentant des Entwicklungsprogramms UNDP in Syrien, Yacoub El Hillo, erklärte, mittlerweile seien mehr als elf Millionen Menschen auf der Flucht, rund 4,5 Millionen davon außerhalb Syriens. Rund 6,5 Millionen Männer, Frauen und Kinder irrten in Syrien umher. Damit sei die Hälfte der Bevölkerung von 2011 vor der Gewalt geflohen.

Der Konflikt begann 2011, seitdem wurden mehr als 250.000 Menschen getötet. Die Repräsentantin der Weltgesundheitsorganisation in Syrien, Elizabeth Hoff, sagte, dass mehr als die Hälfte aller Krankenhäuser in Syrien beschädigt oder komplett zerstört seien.

Vertreter des Assad-Regimes und der Opposition sollen ab Freitag in Genf Gespräche aufnehmen. Zunächst sollen die Rivalen unter UN-Schirmherrschaft über die Modalitäten eines Waffenstillstandes debattieren.

( dpa/rtr )

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