Flüchtlingskrise

Gewerkschaft: Für Grenzkontrollen fehlen 2000 Polizisten

Für die Grenzkontrollen von Flüchtlingen müssten rund 2000 Polizisten zusätzlich eingesetzt werden, meint die Gewerkschaft der Polizei.

Ohne zusätzliche Kräfte seien die vorgesehenen „Vollkontrollen“ von Flüchtlingen an Deutschlands Grenzen nicht zu schaffen, sagt der stellvertretende GdP-Bundesvorsitzende Jörg Radek.

Ohne zusätzliche Kräfte seien die vorgesehenen „Vollkontrollen“ von Flüchtlingen an Deutschlands Grenzen nicht zu schaffen, sagt der stellvertretende GdP-Bundesvorsitzende Jörg Radek.

Foto: Armin Weigel / dpa

Osnabrück.  Für die von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) geplante Verlängerung der Grenzkontrollen fehlen nach Einschätzung der Gewerkschaft der Polizei (GdP) rund 2000 Polizisten. „Wenn der Migrationsdruck mit dieser Wucht anhält, brauchen wir 2000 zusätzliche Leute“, sagte der stellvertretende GdP-Bundesvorsitzende Jörg Radek der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Das seien doppelt so viele wie derzeit bereits im Einsatz.

„Wir bekommen Vollkontrollen sonst nicht gestemmt“, betonte Radek. Derzeit habe das Parlament im Bundeshaushalt für 2016 nur 300 zusätzliche Kräfte zur Verstärkung der Grenzpolizei bei der Bewältigung der Flüchtlingslage gebilligt. Hinzu kämen 240 neue zivile Verwaltungsstellen. „Da gibt es eine riesige Lücke“, kritisierte Radek.

In der Debatte um die umfassende Registrierung von Flüchtlingen beharrte der GdP-Vize darauf, dass die Bundespolizei nur etwa 1000 Flüchtlinge pro Tag polizeilich mit Fingerabdrücken und biometrischen Daten erfassen könne. Das Bundesinnenministerium behaupte, die Polizei schaffe 3500 Migranten und rechne einfach Flüchtlinge ein, die die Polizei aus Zeit- und Personalmangel an das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge weitergebe, wo sie lediglich registriert würden. (epd)