Terrorismus

Französische Polizei vereitelte 2015 mehrere Anschläge

Seit November gilt in Frankreich der Ausnahmezustand. Die Regierung will ihn verlängern und verweist dazu auf vereitelte Anschläge.

Polizisten in Paris: Der Ausnahmezustand in Frankreich soll nach dem Willen der Regierung verlängert werden.

Polizisten in Paris: Der Ausnahmezustand in Frankreich soll nach dem Willen der Regierung verlängert werden.

Foto: Ian Langsdon / dpa

Paris.  In Frankreich sind nach Angaben von Innenminister Bernard Cazeneuve im vergangenen Jahr mehrere Terroranschläge vereitelt worden. Insgesamt seien im Jahr 2015 elf Angriffe „von der Art wie die vom 13. November“ verhindert worden, sagte Cazeneuve dem Fernsehsender France 5. Attentäter hätten etwa einen Angriff auf ein Konzert und „massive tödliche Anschläge gegen Franzosen“ in Städten geplant. Drahtzieher der vereitelten Anschläge sind laut Cazeneuve „die gleichen Akteure“, die auch für die Anschläge vom 13. November verantwortlich sind. Zu den Anschlägen hatte sich der „Islamische Staat“ (IS) bekannt.

Konkretere Angaben machte Cazeneuve allerdings nicht. Bei dem Interview ging es um die Frage der Notwendigkeit des seit den Anschlägen in Frankreich herrschenden Ausnahmezustands. Die bis Ende Februar geltende umstrittene Rechtslage mit zahlreichen Sonderregelungen für die Sicherheitsorgane soll nach dem Willen der Regierung um drei weitere Monate verlängert werden.

IS veröffentlicht neues Video

Unterdessen hat der IS im Internet ein Video veröffentlicht, in dem die neun Attentäter der Anschläge von Paris zu sehen sein sollen. Es seien die letzten Botschaften der Männer, die mobilisiert worden seien, um Frankreich „in die Knie zu zwingen“, sagt der Sprecher des Videos. Die Männer in dem Video stoßen Hasstiraden gegen den Westen aus und drohen Großbritannien mit einem Angriff. Einige der Männer sind mit Tarnanzügen bekleidet und in einer Wüste zu sehen. Mehrere werden gezeigt, wie sie Geiseln des Islamischen Staats (IS) enthaupten.

Bei den Anschlägen am 13. November am Fußballstadion in Paris, in Restaurants und in einer Konzerthalle wurden 130 Menschen getötet. In dem Video werden die Männer mit ihren Kampfnamen genannt. Demnach sind drei von ihnen Franzosen, vier Belgier und zwei Iraker. Die Iraker könnten die Verantwortlichen der Selbstmordanschläge am Stade de France sein. Anders als die anderen sieben toten Attentäter wurden diese noch nicht offiziell identifiziert. Eine unabhängige Bestätigung für die Echtheit des Videos gab es zunächst nicht. (dpa/rtr)