Lissabon –

Portugal: Rebelo de Sousa gewinnt Präsidentenwahl

Lissabon.  Bei der Präsidentenwahl in Portugal hat der konservative Rechtsprofessor und populäre TV-Kommentator Marcelo Rebelo de Sousa gesiegt. Nach Auszählung von rund 99 Prozent der Stimmen lag der 67-Jährige am Sonntagabend bei gut 52 Prozent. Das teilte die Wahlbehörde mit. Rebelo de Sousa, der als politischer Fernsehprediger populär geworden ist, wird als Präsident mit einer sozialistischen Regierung zusammenarbeiten müssen.

Die größten Herausforderungen in dem südeuropäischen Euro-Krisenland sind der Kampf gegen die Schulden- und Wirtschaftsmisere sowie die wachsende Armut. Portugal wurde 2011 vom Euro-Rettungsfonds mit 78 Milliarden Euro vor der Staatspleite bewahrt und musste sich im Gegenzug einem harten Spar- und Reformkurs unterwerfen.

Portugals Staatschef wird von den Bürgern direkt gewählt und spielt eine wichtige Rolle im Machtgleichgewicht des Landes. Der Präsident hat nicht nur repräsentative Aufgaben, sondern darf auch Gesetze der Regierung bremsen oder bei Zweifeln über ihre Verfassungsmäßigkeit zurückweisen. Zudem kann er, wenn er das Vertrauen in die Regierung verliert oder Instabilität droht, das Parlament auflösen und Neuwahlen ausrufen.