Politik

„Verkaufsverbot für Spätis blockiert Unternehmertum“

Zum Artikel: „Neukölln Spätis
organisieren sich gegen Verkaufsverbot“ vom 22. Januar

Derart rigorose Ladenöffnungszeiten wie in Deutschland kenne ich aus keinem anderen Land. Da die Spätis zumeist Familienbetriebe sind, ist eine Art Schichtdienst gewährleistet. Schließlich haben Tankstellen die ganze Nacht offen, ohne nur touristischen Bedarf anzubieten. Ich vermute, der Eiertanz um die Spätis ist den Kirchen und Gewerkschaften geschuldet, vielleicht auch dem Einzelhandel, der keine Konkurrenz dulden will. Mit freiem Unternehmertum hat das nichts mehr zu tun.

E. Richter, Wilmersdorf

Um es gleich zu sagen, ich war noch nie in einem Späti. Was mich aber ärgert ist, dass in Berlin nach Gutdünken der Stadträte, sogar von der CDU, Verstöße gegen das Ladenöffnungsgesetz, kaum geahndet werden. Wieder wurde ein gummiweiches Gesetz geschaffen und ein „umtriebiger Polizist“ als Buhmann hingestellt, was den Händlern wie gerufen vorkommen muss, die ja meistens nichts befürchten müssen. Nun frage ich mich, wie soll man Kindern oder Jugendlichen klar machen, dass Vorschriften eingehalten werden sollten, wenn schon die Behörden, je nach politischer Couleur, machen was sie wollen oder eben nicht.

Manfred Zipp, Britz

Der Entwurf passt zur

eintönigen Berliner Architektur

Zum Artikel: „Das sind die neuen Pläne für das Kudamm-Karree“ vom 22. Januar

Es wäre mal interessant zu erfahren, ob hier bei der künftigen Realisierung des Kudamm-Karrees überhaupt ein Ideen-Wettbewerb oder etwas Ähnliches stattgefunden hat. Wie schon ehemals im fantasiereichem Berlin waren immer die gleichen Architekten, mal in der Jury oder in der Planung zugegen. Senior Kleihues war im Prinzip dabei tonangebend (Gendarmenmarkt, Potsdamer Platz und Alexanderplatz). Was soll’s, ich finde, der Entwurf des Kudamm-Karrees fügt sich in die eintönige Berliner Architektur nahtlos ein. Ein kostspieliges unterirdisches Theater finde ich persönlich unterirdisch. Hier hätte man doch die bestehenden Bühnen nutzen können. Man kann nur hoffen, dass der wasserhaltige Untergrund Berlins, hier den Bauenden keinen Strich durch die Rechnung macht, Zweifel sind, wie so oft in Berlin, angebracht.

Thomas Hansen, Reinickendorf

Die Idee mit den vielen Jobs in Nahost greift zu kurz

Zum Artikel: „CSU-Minister will 500.000 Jobs in Nahost schaffen“ vom 23. Januar

Die Idee von Entwicklungsminister Gerd Müller greift zu kurz, auch wenn sie aller Ehren wert ist. Zum einen erfordern neue Arbeitsplätze im Nahen Osten zunächst eine Befriedung der Region, die allerdings in weiter Ferne ist. Zum anderen liegt zumindest mittelfristig bei der Flüchtlingsfrage das viel größere Problem für Europa beim afrikanischen Kontinent, da es hier vielerorts kaum Jobs gibt, während die junge Generation rapide anwächst und über ihr Smartphone ähnlich wie frühere DDR-Bürger über das Westfernsehen den Eindruck eines riesigen Wohlstandes als direktes Lockmittel vermittelt bekommt. Deshalb besteht eine der mit Abstand wichtigsten Aufgaben vor allem darin, dass die EU-Kommission ihre ungerechte Handelspolitik revidiert, da ansonsten der Massen-Exodus in der Zukunft noch erheblich zunehmen wird.

Rasmus Helt, per E-Mail

Der Innensenator sollte vor der eigenen Haustür kehren

Zum Artikel: „20-Jährige vor U-Bahn gestoßen“ und Henkels Kritik am
Hamburger Bürgermeister, 21. Januar

Herr Henkel kehren Sie zuerst vor Ihrer eigenen Haustür. Wer „No Go Areas“ toleriert, sollte besser den Mund halten.

Wie war es noch mit kriminellen arabischen Großfamilien? Denen haben Sie vor Monaten den Kampf angesagt, leider ohne Erfolg. Haben Sie Angst?

Rüdiger von Thavon, Teltow Seehof