Essen –

SPD-Ortsvereine sagen Demo gegen mehr Flüchtlinge ab

Essen. Nach heftiger Kritik haben drei SPD-Ortsvereine in Essen einen Protestmarsch gegen mehr Flüchtlinge abgesagt. Sie hatten für Dienstag zu einem Protestlauf im Norden der Ruhrgebietsstadt aufgerufen – unter dem Motto „Genug ist genug – Integration hat Grenzen – der Norden ist voll“.

Am Sonntag traf sich der nordrhein-westfälische SPD-Generalsekretär André Stinka mit den drei Vorsitzenden der Ortsvereine Karnap, Altenessen und Vogelheim zu einem klärenden Gespräch. Anschließend teilte die NRW-SPD mit: „Sowohl die veröffentlichte Rhetorik im Rahmen der Bekanntgabe als auch der geplante Ablauf der Veranstaltung haben dazu geführt, dass eine vollkommen falsche Botschaft an die Bevölkerung gesendet wurde.“ Geboten sei jetzt eine „Versachlichung der aktuellen Debatte über die räumliche Verteilung“ der Flüchtlinge. Im Mittelpunkt dieser Debatte steht der Vorwurf, Flüchtlinge würden in Essen überwiegend im ärmeren Norden und nicht im wohlhabenden Süden untergebracht.

Ministerpräsidentin und SPD-Landeschefin Hannelore Kraft sah sich dazu veranlasst klarzustellen: „Die NRW-SPD steht für eine offene und vielfältige Gesellschaft und eine Willkommenskultur für Flüchtlinge. Protestaktionen, die das in Frage stellen könnten, lehnen wir entschieden ab. Das schadet dem Ansehen der SPD insgesamt.“

In Essen regiert eine große Koalition von CDU und SPD.