Bundespolizei

Gewerkschaft: Polizei kann Grenze nicht umfassend überwachen

Mehr als 1000 Flüchtlinge am Tag kann die Bundespolizei an der Grenze zu Österreich laut Polizeigewerkschaft nicht kontrollieren.

Laut Bundesinnenministerium kommen etwa 2000 Flüchtlinge pro Tag über die Grenze. Nach Angaben der Polizeigewerkschaft kann zurzeit nur etwa die Hälfte kontrolliert werden.

Laut Bundesinnenministerium kommen etwa 2000 Flüchtlinge pro Tag über die Grenze. Nach Angaben der Polizeigewerkschaft kann zurzeit nur etwa die Hälfte kontrolliert werden.

Foto: Armin Weigel / dpa

Berlin.  Die Bundespolizei kann nach Darstellung der Gewerkschaft jeden Tag lediglich 1000 Migranten an der Grenze nach Österreich kontrollieren. Die Mehrheit der Flüchtlinge werde bloß an das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) weitergeleitet und dort erfasst, sagte der Vizechef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Jörg Radek, unserer Redaktion.

Radek kritisierte, Innenminister Thomas de Maizière (CDU) versuche derzeit „den Eindruck zu erwecken, dass wir hundertprozentig Herr der Lage wären“, so Radek, „aber wir kommen nicht über die Zahl von 1000 pro Tag“. Die Bundespolizei sei momentan auch nicht in der Lage, die Grenze umfassend zu sichern und zu überwachen. Radek bestätigte allerdings, dass vermehrt Flüchtlinge abgewiesen werden.

De Maizière hatte in einem Gespräch mit der „Bild am Sonntag“ gesagt, dass an der Grenze jeden Tag zwischen 100 und 200 Flüchtlingen abgewiesen würden. Laut Bundesinnenministerium seien seit 1. Januar rund 2000 Flüchtlinge täglich über die Grenze nach Deutschland gekommen. Das Ministerium hatte angegeben, die Polizei könne inzwischen 3500 Flüchtlinge pro Tag an der Grenze erkennungsdienstlich erfassen.